Bäumen in der Stadt geht es schlecht

Bestand in der Hansestadt leidet unter Trockenheit und Versiegelung der Oberflächen

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30. September 2019, 16:27 Uhr

Lübeck | „Der Baumbestand leidet deutlich unter anhaltenden und regelmäßig wiederkehrenden Trockenheit“, stellt die Lübecker Stadtverwaltung fest.

Die Grünen hatten im Bauausschuss der Bürgerschaft zum Zustand der Straßenbäume nachgefragt. Die Stadtverwaltung hat keine positiven Nachrichten: Die Rate der abgestorbenen Bäume auf „Kleinanlagen“, also an Straßen, sei deutlich größer als in Grünanlagen. Ursache sind der geringe Raum für die Wurzeln und die Versiegelung der Oberfläche. Was sich früher kaum ausgewirkt hat, sorgt bei Trockenheit für große Probleme. So haben beispielsweise die Linden an der Willy-Brandt-Allee zwar seit einigen Jahren einen Plastikrand erhalten, der dafür sorgt, dass das Gießwasser auch nahe am Baum verbleibt, trotzdem wachsen die Bäume nicht weiter. An der Einsiedelstraße ist bereits eine Reihe der Eichen abgestorben.

Die Stadtverwaltung hat auf das Phänomen der Trockenheit reagiert. So übernimmt eine Firma die Bewässerung von rund 350 jungen Bäumen an zehn bis zwölf Tagen im Jahr. Für das Gießen frisch gepflanzter Bäume sind in den ersten drei Jahren die Gartenbaufirmen zuständig, die die Pflanzung vorgenommen haben. Lübecks Gärtner testen zur Zeit Baumarten, die besser mit dem Klimawandel zurecht kommen. Die Bäume seien gut angewachsen. Ein abschließendes Urteil gibt es aber noch nicht.

Jetzt gab es eine große Pflanzaktion auf dem Ehrenfriedhof an der Travemünder Allee. Hintergrund: Der Sturm Herwart hatte am 29. Oktober 2017 enorme Schäden auf dem Friedhof angerichtet (wir berichteten). In zwei Teilbereichen war es besonders verheerend: Hier waren durch den Sturmschaden große Lücken entstanden. Nach nun annähernd zwei Jahren hat die Natur sich die Flächen zurückerobert. Weite Flächen sind durch so genannte Sämlinge, also durch Saat von umliegenden Bäumen hervorgebrachter Aufwuchs, wieder bewachsen.

Der Bereich Stadtgrün und Verkehr will durch punktuelle Baumpflanzungen die letzten Lücken schließen, „damit der waldartige Charakter des Ehrenfriedhofs wieder in Gänze zu spüren ist“.

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