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Arbeiten bei der Stadt – mit einigen Risiken

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Lübecker Bauamt am Mühlendamm entspricht längst nicht den Brandschutzbestimmungen

Über den baulichen Zustand städtischer Gebäude wird seit Jahren in Lübeck diskutiert. Dabei geht es nicht nur um defekte Toiletten, sondern auch um konkrete Gefahren. So steht einigen Mitarbeitern im Bauamt am Mühlendamm im Brandfall kein Rettungsweg zur Verfügung. Auch das Dachgeschoss macht Kopfzerbrechen: Hier gibt es noch eine Asbest-Isolierung.

Wenn das Lübecker Bauamt ein privater Betrieb wäre, hätte die Stadt ihn vermutlich längst schießen lassen. Die bauliche Situation ist lebensgefährlich. So wurden in einem Anbau aus den 60er Jahren Büros mit dünnen Holzwänden getrennt. So fehlt den Mitarbeitern im Brandfall nicht nur der eigentlich übliche zweite Rettungsweg, sondern auch ein sicherer Zugang zum bestehenden Treppenhaus.

Die Stadt will jetzt nachbessern. Auf dem Dachboden wird eine Luke eingebaut, die von einer Drehleiter der Feuerwehr aus zu erreichen ist. In der vergangenen Woche wurde die Erreichbarkeit mit der Feuerwehr getestet. Aber auch im Dach lauern Gesundheitsgefahren. Hier gibt es nämlich noch Asbest-Isolierungen. Das sei nicht so schlimm, befidnet das Gebäudemanagement der Hansestadt, weil der Dachboden ja nur selten betreten werde. Auch einen Kellerbrand darf es im Bauamt nicht geben. Die Kellerdecke entspricht nämlich nicht den Brandschutzanforderungen. Um zu verhindern, dass ein unentdeckter Brand die Decke zum Einsturz bringt, muss eine Brandmeldeanlage eingebaut werden. Die wird aber nicht bei der Feuerwehr auflaufen. Das wäre zu teuer. Stattdessen wird ein privater Wachdienst im Notfall alarmiert.

Die Gesamtkosten, um die Sicherheitsstandards im Hause des Bauamts einzuhalten, liegen bei rund 500  000 Euro. „Weitere Sanierungen wird es nicht geben“, sagt Lübecks Bausenator Franz Peter Boden (SPD). Es werde erst einmal geprüft, ob ein Neu- oder Umbau sinnvoll ist. „Bei einem Umzug würden einige hundert Arbeitsplätze die Innenstadt verlassen“, hat Boden Bedenken gegen einen Umzug. „Das würde die Geschäftsleute in der Innenstadt treffen.“

Gefährlich ist die Situation aber nicht nur in Lübecks Ämtern, sondern auch davor. So dürfen im Verwaltungsgebäude an der Fackenburger Allee zur Ziegelstraße zahlreiche Fenster nicht mehr geöffnet werden. Sie sind so marode, dass sie vor das Haus fallen könnten.

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