Anklage: Vier Vergewaltigungen

Staatsanwaltschaft Lübeck erhebt Anklage gegen 29-jährigen Iraker / Alle Taten sonntags zwischen 5.30 und 6 Uhr

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08. Oktober 2018, 15:44 Uhr

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben gegen einen 29-jährigen Iraker wegen Vergewaltigung in vier Fällen in Lübeck. Der Mann war am 28. August festgenommen worden, nachdem das Opfer einer versuchten Vergewaltigung ihn beim Einkaufen wiedererkannt und die Polizei alarmiert hatte (wir berichteten).

Nunmehr hat die Staatsanwaltschaft Lübeck Anklage gegen den Mann zum Landgericht Lübeck erhoben. Es werden ihm vier Fälle der Vergewaltigung, davon in zwei Fällen im Versuch zur Last gelegt. In drei der Fälle wird ihm darüber hinaus „eine Körperverletzung zum Nachteil der weiblichen Opfer vorgeworfen“, heißt es in der Mitteilung von Staatsanwalt Christian Braunwarth.

Sämtliche dem Angeschuldigten vorgeworfenen Taten wurden an Sonntagen in der Zeit zwischen 5.30 Uhr und 6 Uhr begangen.

Mitte Mai 2018 soll der Angeschuldigte eine 24 Jahre alte Frau in einem Bogengang der Lübecker Marienkirche vergewaltigt haben. Das Opfer trug dabei nicht unerhebliche Verletzungen davon. „ Zudem wird ihm vorgeworfen, acht Wochen später an einer Hauswand im Bereich Fischstraße / Schüsselbuden gewaltsam versucht zu haben, den Geschlechtsverkehr mit einer 32-jährigen Lübeckerin zu vollziehen, was ihm aufgrund der massiven Gegenwehr des Opfers jedoch nicht gelungen sein soll“, Staatsanwalt Braunwarth weiter.

In der Woche darauf soll der Angeschuldigte eine 17-Jährige in der Nähe des Lübecker Schulgartens niedergeschlagen, diese in ein Gebüsch gezerrt und sie dort vergewaltigt haben.

„Schließlich wird ihm zur Last gelegt, genau vier Wochen nach der vorangegangenen Tat eine 31 Jahre alte Frau auf dem Wanderweg an der Kanaltrave unterhalb der Mühlenbrücke zu Boden gestoßen, sie geschlagen und sodann versucht zu haben, gegen ihren Willen gewaltsam den Geschlechtsverkehr mit ihr zu vollziehen“, so Staatsanwalt Braunwarth weiter. Eine Zeugin soll das Tatgeschehen von der anderen Kanalseite aus gesehen und gerufen haben, dass sie der Überfallenen zur Hilfe komme. Aus diesem Grunde und wegen der erheblichen Gegenwehr des Opfers soll der Angeschuldigte schließlich von der Frau abgelassen haben und geflüchtet sein. Das Opfer erlitt erhebliche Verletzungen.

Die 31-Jährige, Opfer der letzten Tat, erkannte den Angeschuldigten dann am 28. August beim Einkaufen wieder und alarmierte die Polizei, die den Tatverdächtigen daraufhin festnahm.

„In allen vier Fällen sind DNA-Spuren des Angeschuldigten an den Körpern der Geschädigten wie auch der Bekleidung nachgewiesen worden, die die Opfer bei den Taten getragen haben. Weitere Auskünfte zu Einzelheiten der Tatbegehung werden zum Schutze der Opfer nicht erteilt“, so Staatsanwalt Braunwarth: „Der Angeschuldigte hat die Tatvorwürfe im Ermittlungsverfahren bestritten. Über die Zulassung der Anklageschrift und die Eröffnung des Hauptverfahrens hat das Landgericht noch nicht entschieden. Es wird darauf hingewiesen, dass für den Angeschuldigten auch nach Anklageerhebung die Unschuldsvermutung gilt.“



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