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Lübeck

19. Oktober 2017 | 13:21 Uhr

Alter Saal in neuem Glanz

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Bürgerschaftssaal im Lübecker Rathaus wurde nach 145 Jahren grundlegend saniert

Am Donnerstag tagt die Lübecker Bürgerschaft. Das Besondere: Nach mehr als einem Jahr im Ausweichquartier in den Media Docks findet die Sitzung wieder im traditionsreichen Saal des Rathauses statt. Die Sanierung des Saales ist abgeschlossen. Nach 145 Jahren wurden die Kunstwerke restauriert, neue Technik und vor allem eine Klimaanlage eingebaut.

Nicht nur in der Musik- und Kongresshalle (MuK) drohte die Decke abzustürzen, auch im Bürgerschaftssaal bestand akute Gefahr. Bei der Sanierung wurde festgestellt, dass die Oberlichter nicht mehr sicher waren. Sie hätten herabstürzen können. Das war aber nicht das einzige Problem. Die Nordtribüne war seit Jahren für Zuschauer gesperrt. Hier fehlte ein zweiter Fluchtweg. Der wurde jetzt eingebaut. Er führt über das Dach zum Treppenhaus der Südtribüne.

Große Probleme macht seit dem Bau des Saales im Jahr 1870 auch die Heizung. In den 50er Jahren wurde ein Belüftungssystem eingebaut, das allerdings in den ersten Sitzreihen für kalte Füße sorgte. Oben im Saal staute sich warme Feuchtigkeit. Die Wandbilder waren durch Salze stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Szenen der Einbringung des Reichsbriefes von 1226 und des Besuchs von Kaiser Karl IV. aus dem Jahr 1375 lösten sich förmlich auf. „Die neue Klimaanlage dient dem Schutz der Kunstwerke“, erklärt Rainer Schellenberger vom Gebäudemanagement er Hansestadt. Dass die Politik im Sommer jetzt nicht mehr in einer Sauna tagen muss, sei ein angenehmer Nebeneffekt.

Das Rathaus der Hansestadt Lübeck, das im Jahr 1308 eingeweiht wurde, ist jetzt technisch auf dem aktuellen Stand. Das Dach erhielt erstmals eine Dämmung, zahlreiche Fenster wurden ausgetauscht, und im Bürgerschaftssaal können jetzt Mikrofone auf jedem Abgeordneten-Tisch angeschlossen werden. Hubertus Rummel vom Gebäudemanagement der Stadtverwaltung rechnet mit Kosten von rund vier Millionen Euro für die Sanierung des Rathauses. Die Restarbeiten sollen bis Januar beendet sein.


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