Brückentest : ADAC: Drei Brücken in Lübeck „sehr mangelhaft“

Der ADAC hat Brücken in Deutschland getestet. Das Ergebnis ist alarmierend. In Lübeck bekamen gleich drei Brücken die Note „sehr mangelhaft“.

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02. Juni 2014, 16:25 Uhr

Schwerin/Lübeck | Die kommunalen Brücken in Deutschland sind in keinem guten Zustand. Wie der aktuelle ADAC-Test von 30 Brücken in zehn deutschen Städten zeigt, fielen sieben Überführungen glatt durch. Nur vier Brücken erhielten von den Testern ein gutes Urteil, wie der ADAC am Montag in Schwerin mitteilte. 19 Brücken, also fast zwei Drittel, wurden mit „ausreichend“ bewertet. Verlierer mit dem Urteil „sehr mangelhaft“ sind drei Überführungen in Lübeck: die Rehderbrücke, die Hüxtertorbrücke und die Sandbergbrücke. Beste Brücke im Test mit der Note „gut“ ist die im Jahr 2000 fertiggestellte Dreeschbrücke in Schwerin.

Der ADAC-Brückentest fand zum zweiten Mal nach 2007 statt. In Städten mit 100.000 bis 250.000 Einwohnern waren mit Hilfe der Kommunen je drei Brücken stichprobenhaft ausgewählt worden, wie Ulrich Klaus Becker, ADAC-Vizepräsident für Verkehr, erklärte.

Die schlechten Noten für die Lübecker Brücken seien für die Hansestadt keine Überraschung, sagte Stadtsprecher Marc Langentepe. „Wir wissen um den schlechten Zustand unserer Brücken, können sie aber aus finanziellen und logistischen Gründen nur nach und nach sanieren“, sagte Langentepe. An der aus dem Jahr 1935 stammenden Rehderbrücke und der 1899 erbauten Hüxtertorbrücke bemängelten die ADAC-Tester starke Rostschäden an tragenden Bauteilen. Die 1964 eingeweihte Sandbergbrücke im Stadtteil St. Gertrud weist Schäden am Beton auf.

Die beanstandeten Überführungen sollen in den Jahren 2016 bis 2018 saniert werden. Für die Sanierung und Instandhaltung aller 270 Brücken im Lübecker Stadtgebiet sind nach dem Brückenbericht der Bauverwaltung bis 2019 insgesamt knapp 84 Millionen Euro erforderlich. In das ADAC-Urteil flossen der Bauwerkszustand mit 75 Prozent sowie das Sanierungs- und Verwaltungsmanagement laut einer Befragung ein. Für ihren baulichen Zustand, das wichtigste Kriterium, erhielt nur die Siegerbrücke in Schwerin die Note „gut“. Zudem überzeugte diese durch breite Fahrstreifen, Geh- und Radwege, erläuterte Klemens Hampf, Geschäftsführer der Prüffirma Hampf Consult (Offenburg).

Von den rund 130.000 Straßenbrücken in Deutschland gehören nach Angaben des ADAC 67.000 den Kommunen. Knapp 50 Prozent davon seien in schlechtem Zustand und 15 Prozent abrissreif, sagte Becker. „Für die Kommunen ist eine nachhaltige Sanierung der Brücken in den Städten aus eigener Finanzkraft kaum noch realisierbar“, kommentierte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, den ADAC-Brückentest 2014.

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