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Lübeck

21. August 2017 | 14:34 Uhr

56. Nordische Filmtage gesichert

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das renommierte Filmfestival vom 29. Oktober bis 2. November widmet dem Baltikum einen eigenen Schwerpunkt

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus: Zum 56. Male finden die Nordischen Filmtage Lübeck statt. Vom 29. Oktober bis 2. November blicken viele Filmschaffende der skandinavischen und baltischen Länder nach Lübeck. Auch für die heimischen Filmfreunde werden die Stadthalle und das Kolosseum fünf Tage lang zu Pilgerstätten.

Am genauen Programm wird noch gefeilt. Einige Schwerpunkte aber am Dienstag bereits bekannt: Das große Filmfest ist aber finanziell gesichert. 690 000 Euro beträgt der Etat. Die Hansestadt trägt ein Drittel. 70 000 Euro kommen vom Land, 60 000 Euro aus einem Förderprogramm der EU. Den erheblichen Rest bringen die Lübecker Possehl-Stiftung, der Freundeskreis und Privatpersonen auf.

Neben den bekannten Säulen (Spielfilme, Kurzfilme, Kinder- und Jugendprogramm, Dokumente, Filmforum Schleswig-Holstein) gibt es Besonderheiten, verrieten Linde Fröhlich, die künstlerische Leiterin, und Festivalmanager Christian Modersbach. Die Spezialprogramme befassen sich mit dem Nordosten Europas. Zum einen wird das Filmland Finnland gewürdigt. Zum anderen wird an „25 Jahre baltische Filme in Lübeck“ erinnert. Noch bevor Estland, Lettland und Litauen ihre Unabhängigkeit wiedererlangten, wurden Verbindungen nach Lübeck aufgebaut.

Neu ist ein Jugendprojekt unter dem Titel „Young Nordic Film Makers“. Die Idee: Junge Filminteressierte zwischen 16 und 20 Jahren aus vier Ländern sollen eine Woche lang mit Fachleuten diskutieren, lernen und erste Filmversuche unternehmen. Die Teilnehmer kommen aus Dänemark, Finnland, Norwegen und Deutschland.

Die Retrospektive wird von Jörg Schöning verantwortet. In diesem Jahr dürfen Filmfans sich auf Heiteres freuen. „Die Skandinavier gehen zum Lachen nicht in den Keller, sondern ins Kino“, sagt Schöning. Ein neues Format – in Berlin erdacht und ausprobiert – kommt nach Lübeck. Filme sollen nicht betrachtet, sondern erzählt werden, in zehn Minuten im Wettbewerb von und vor normalen Filmbesuchern. Der Sieger für die beste Nacherzählung erhält die „Silberne Linde“. Der Erfinder der Idee, Bernd Terstegge, wird dazu im Volkstheater Geissler erwartet.

Kultursenatorin Annette Borns: „Die Nordischen Filmtage sind zentraler Bestandteil Lübecker Kultur. Lübeck fährt sein Engagement nicht zurück, es bleibt stabil.“ Eine Stadt, die lebendig sein wolle, in der die Menschen sich treffen können, brauche die Kultur. Borns bringt es auf den Punkt: „Kulturpolitik ist Sozialpolitik. Kulturpolitik ist auch Wirtschaftspolitik.“


Das genaue Programm der 56. Nordischen Filmtage wird Anfang Oktober bekannt gegeben.

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