100 Geschäfte haben in der Innenstadt dichtgemacht

Vom Markt zur Marienkirche marschierten die reichsten Bürger der Hansestadt. Seit Jahren sind Restaurant und Läden im städtischen Rathaushof verwaist. Pläne zur Neugestaltung des bedeutungsvollen Areals könnten frühestens 2021 umgesetzt werd-en.
Vom Markt zur Marienkirche marschierten die reichsten Bürger der Hansestadt. Seit Jahren sind Restaurant und Läden im städtischen Rathaushof verwaist. Pläne zur Neugestaltung des bedeutungsvollen Areals könnten frühestens 2021 umgesetzt werd-en.

Stadtplanung in Lübeck will den Einzelhandel stärken durch Auflagen

shz.de von
05. November 2018, 17:48 Uhr

Zuletzt im Jahr 2013 hatte die Stadt von Experten den Einzelhandel in Lübeck unter die Lupe nehmen lassen. Fünf Jahre später wurden erneut die Verkaufsflächen und Sortimente genau angeschaut. Mit einem drastischen Ergebnis: Innerhalb von zehn Jahren haben 100 Geschäfte in der Innenstadt dicht gemacht.

Die Stadt will auf diese Negativentwicklung reagieren und neue Verkaufsflächen für zentrumsrelevante Artikel außerhalb der Altstadt nicht mehr genehmigen. Damit soll der Einzelhandel in der Innenstadt gestärkt werden.

Interessant ist: Eigentlich blüht der Einzelhandel in der Hansestadt Lübeck. Der Umsatz insgesamt ist deutlich größer als in vergleichbaren Städten. Und Lübeck ist attraktiv für Kunden aus dem Umland. Die Verkaufsfläche im Einzelhandel hat sich in zehn Jahren um 6,8 Prozent auf über 500 000 Quadratmeter erhöht. Allerdings nicht überall. Der Umsatz verlagert sich nämlich in Verkaufsflächen außerhalb der Innenstadt, so in den Citti-Park im Herrenholz und Luv-Shopping-Center mit Ikea im an der Autobahn gelegenen weweit entfernten Stadtteil Dänischburg.

Ein anderes Bild bietet die Lübecker Altstadt. Die Verkaufsfläche hat sich um 15 Prozent reduziert, die Zahl der Geschäfte ist von 644 auf 544 gesunken. Und der Trend setzt sich offenbar fort. „Die angekündigte Schließung von H&M im Haerder Center sowie Roland Schuhe, S’Oliver und Esprit in der Breiten Straße ist in dieser Aufstellung noch nicht berücksichtigt“, heißt es im Bericht der Stadtplanung.

Die Stadtplanung möchte deshalb noch stärker vorschreiben, welche Artikel an welchem Standort verkauft werden dürfen. Die Verkaufsfläche für „zentrumsrelevante Artikel“ dürfe außerhalb der Altstadt nicht mehr erhöht werden. Auch weitere Dienstleistungsflächen sollen nicht mehr genehmigt werden. Das gelte auch für Standorte wie das Schlachthofgelände, heißt es im Bericht der Stadtplanung.

Die Diskussion über die Zukunft der Stadt wird spannend. Am Freitag und Sonnabend sind die Lübecker gefragt, wie die Innenstadt in Zukunft aussehen soll (wir berichteten). Das Lübeck Management hatte Vertreter des Einzelhandels bereits am Montag zu einem Workshop eingeladen.

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