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Lübeck

13. Dezember 2017 | 18:36 Uhr

10 000 haben hier übernachtet

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Lübecker Flüchtlingsforum bereitet sich auf mögliche Schließung der Grenze zu Schweden vor

Im Flüchtlings-Transitzentrum auf der Wallhalbinsel („Walli“) – dem Gelände des autonomen Zentrum „alternative“ – haben nach Angaben der Aktivisten bereits mehr als 10  000 Flüchtlinge übernachtet, bevor sie nach Schweden weiterreisten. Das Flüchtlingsforum Lübeck hat jetzt die Stadt aufgefordert, wegen einer möglichen Schließung der Grenzen zu Schweden das ehemalige Stadtwerke-Gebäude in der Moislinger Allee, das leer steht, als Notunterkunft vorzubereiten.

„Auch wenn die Zugverbindung über Dänemark nach Schweden inzwischen wieder möglich ist, haben die letzten Tage gezeigt, wie ein Szenario der Grenzschließung Schwedens in Norddeutschland aussehen würde“, so ein Sprecher des Flüchtlingsforums. In der „alternative“ seien alle Kapazitäten ausgereizt worden. „Nur durch das Ausweichen auf private Schlafmöglichkeiten konnten die rund 120 Schlafplätze aufgestockt werden, so dass zeitweise über 200 Menschen in Lübeck übernachteten konnten.“

Inzwischen bereitet sich auch die Stadt Lübeck in Zusammenarbeit mit Hilfsorganisationen, Feuerwehr, Polizei und Verwaltung auf die mögliche Schließung der Schwedischen Grenze vor. Die Überlegungen umfassen Versorgungsmöglichkeiten für 1000 Menschen zu schaffen, bevor sie dann in Erstaufnahmelager in Schleswig Holstein verteilt würden.

„Wir haben bei einem Gespräch mit der Stadt unsere Position zu diesem Vorhaben deutlich gemacht. Wir werden weiterhin die Geflüchteten bei ihrer Reise unterstützen und uns dabei an ihren Wünschen und Bedürfnissen orientieren. Sei es, dass sie versuchen, nach Schweden zu kommen oder in Deutschland zu bleiben. Wir lehnen aber jegliche Zwangsregistrierung von Geflüchteten ab und fordern die Stadt auf dies zu garantieren“, sagt Lena Rehfeld von der „alternative“. Das Lübecker Flüchtlingsforum hat einen offenen Brief an die Sozialsenator Sven Schindler (SPD und Innensenator Bernd Möller (Grüne) formuliert. „Wir erhoffen uns, von der Stadt gehört zu werden. Wir waren es, die bisher über 10  000 Geflüchteten im Transit geholfen haben und können deswegen eine realistische Einschätzung darlegen“, sagt Jana Schneider vom Solidaritätszentrum für Geflüchtete in Lübeck. Das Vorhaben, Geflüchtete in ehemaligen Baumärkten unterzubringen, hat schon in anderen Städten nicht funktioniert. „Wir plädieren daher unbedingt für eine zentrale Unterbringung und schlagen dafür das ehemalige Stadtwerkegebäude in der Moislinger Allee vor. Es bietet viele Vorteile wie eine zentrale Anbindung an den Bahnhof und es ist für Unterstützer_innen leichter erreichbar. Außerdem bieten die Räumlichkeiten eine weitaus angenehmere Atmosphäre als ein leer stehender Baumarkt“, so Jana Schneider.

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