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Lübeck

17. August 2017 | 04:06 Uhr

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Skulpturen aus Marmor



Sie passen haargenau in die klare Architektur der Kunsthalle St. Annen. Von Sonntag, 29. September, bis 17. November werden hier Skulpturen und Zeichnungen von Michael Schoenholtz gezeigt. „Ostinato“ lautet der Titel der Ausstellung. Ein ostinater Mensch gilt als hart und widerspenstig. Eigentlich aber kommt der Begriff aus der Musik, erläuterte Schoenholtz. Dort bedeute er eine sich wiederholende Form, eine oft im Bass liegende Linie. Bei ihm ist der menschliche Körper Ausgangspunkt vielfältiger Formgestaltung. Das Wiederhol-Prinzip, das Insistieren gehöre zur Grundidee seiner Arbeiten, sagte der Künstler, der ohne Vorzeichnung, ohne Modell direkt aus dem Stein arbeitet. Überwiegend sind in der Kunsthalle Arbeiten aus Naturstein zu sehen, einige sind Kunststeingüsse. Der Unterschied ist auf den ersten Blick kaum erkennbar. Den Arbeiten liegen oft philosophische Gedanken zugrunde. Häufig arbeitet Schoenholtz mit der Fünfer- oder Zehnerzahl. Fünf Finger der Hand ergeben zusammen zehn und damit die Grundlage des Dezimalsystems, betont er. Auch die symbolträchtige Zwölf kommt in seinen Arbeiten vor. Die oft tonnenschweren Skulpturen haben weder hinten noch vorn, sind aus jeder Richtung zu betrachten. Zudem schafft es der Künstler, den schweren Blöcken eine Leichtigkeit zu geben, die sie fast schweben lassen.
Michael Schoenholtz hat bereits 2005 in Lübeck ausgestellt. „Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Kunsthalle wurden Freunde eingeladen“, sagt Dr. Thorsten Rodiek, der Direktor der Kunsthalle St. Annen. Schoenholtz erwies sich als wahrer Freund und kam mit Geburtstagsgeschenken: Drei Arbeiten aus seinem bildhauerischen Werk und 15 Zeichnungen bleiben in Lübeck. In der aktuellen Schau im Museumsquartier sind 15 Skulpturen und 20 großformatige Zeichnungen zu sehen.
Michael Schoenholtz, 1937 in Duisburg geboren, hat sich längst international einen Namen gemacht. Auch im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden wurde er bekannt. Zwischen 1999 und 2005 schuf er dort die künstlerische Ausgestaltung der Unterkirche. In mehreren weiteren Kirchen hat er gearbeitet, in Mecklenburg, Brandenburg und Bayern. Sein 2009 erschienenes Werkverzeichnis zählt im Bereich der Plastik 872 Einträge, für den der Zeichnungen kommen noch einmal 1020 Nummern hinzu. Inzwischen sind weitere Arbeiten entstanden.


>Die Ausstellung „Michael Schoenholtz – Ostinato“ wird am Sonntag, 29. September, um 11.30 Uhr in der Kunsthalle eröffnet. Sie kann dienstags bis sonntags zwischen 10 und 17 Uhr besichtigt werden. Ein Katalog ist erschienen.

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