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Unfall auf dem Nord-Ostsee-Kanal : Lotsen-Fehler waren Ursache für Havarie der „Siderfly“

vom
Aus der Onlineredaktion

2013 stieß der Frachter mit einem Gastanker zusammen - weil ein Lotse die Anordnungen der Brunsbütteler Verkehrszentrale nicht befolgte.

Brunsbüttel | Zweieinhalb Jahre nach der schweren Havarie des Düngemittelfrachters „Siderfly“ auf dem Nord-Ostsee-Kanal hat die Bundesanstalt für Seeunfalluntersuchung BSU ihren Abschlussbericht vorgelegt. Lotsen-Fehler waren danach Ursache des Unglücks. Die Kommunikation zwischen den agierenden Lotsen, den Schiffsführungen und der Verkehrszentrale müssten optimiert werden, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Bericht der BSU.

Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen auf dem Nord-Ostsee-Kanal - mit langwierigen Folgen. In diesem Jahr erst stieß in Rendsburg die Schwebefähre mit einem Schiff zusammen - wie lange sie nicht im Einsatz sein wird, ist noch nicht klar. Am Dienstag wurde sie abgeschleppt.

Ein Gastanker hatte sich am 28. Oktober 2013 bei einem Ablegemanöver unvorsichtig in den Schiffsverkehr eingefädelt. Dadurch kam es zu einem Zusammenstoß mit dem Düngelmittelfrachter „Siderfly“. Dieser wurde schwer beschädigt und musste zunächst mit Hilfe von Schleppern an der Böschung des Kanals gehalten werden, um das Sinken des Schiffes zu verhindern.

Die Bergung des rund hundert Meter langen Havaristen dauerte insgesamt neun Tage. Dafür musste der Nord-Ostsee-Kanal zum Teil komplett für den Schiffsverkehr gesperrt werden. Die „Siderfly“ war mit einer Ladung Harnstoff - einem ungiftigen Dünger - auf dem Weg von Brunsbüttel nach Antwerpen gewesen.

Audioaufzeichnungen des Funkverkehrs hätten gezeigt, dass die Kommunikation des Lotsen auf dem Gastanker mit der Verkehrszentrale in Brunsbüttel sowie mit den Lotsen eines vorbeifahrenden Konvois „von maßgeblicher Bedeutung für das Unfallgeschehen war“, heißt es in dem BSU-Bericht.

Die Verkehrszentrale habe dem Lotsen rund 20 Minuten vor Beginn seines Ablegemanövers „unmissverständlich“ per Funk die Anweisung gegeben, dass er zunächst einen aus vier Schiffen bestehenden Konvoi passieren lassen müsse. Er ließ jedoch nur zwei der Schiffe vorbei fahren, um dann selber abzulegen.„Über die Motive des Lotsen (.) für das vorzeitig begonnene Eindrehen in den NOK kann lediglich spekuliert werden“, heißt es im Bericht.

Denn die Ansagen der Brunsbütteler Verkehrszentrale sei auf dem NOK nicht bloße Empfehlung beziehungsweise Ratschlag, sondern eine „zwingwend zu beachtende schifffahrtspolizeiliche Verfügung“.

Die 100 Meter lange „Siderfly“ war am 28. Oktober 2013 bei einem Zusammenstoß mit einem Gastanker so schwer beschädigt worden, dass sie zu sinken drohte. Das Schiff musste abgewrackt werden.

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erstellt am 15.Mär.2016 | 14:03 Uhr

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