Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ : Lack gegen Schnecken: Kieler Produkt Schnexagon triumphiert

<p>Schnexagon glitscht zurück.</p>

Schnexagon glitscht zurück.

Ein Pinselstrich und Schnecken glitschen ab: Darauf haben Gärtner und Investoren nur gewartet.

shz.de von
20. September 2017, 12:34 Uhr

Das feuchtwarme Jahr 2017 geht einher mit einer Schnecken-Invasion: Schlechte Zeiten für Millionen von Hobby-Gärtnern, aber gute Zeiten für Innovationen beim Gartenschutz. Vor einigen Wochen zeigten wir auf shz.de zehn Methoden, wie man seine Beete vor den schleimigen Salaträubern schützen kann. Eine davon kommt derzeit groß raus. Das ökologische Schneckenbekämpfungsmittel Lugato Schnexagon hat in der Gründersendung „Die Höhle der Löwen“ die Begeisterung von gleich drei Investoren auf sich gezogen und erfreut sich medial, wie auch am Markt größter Aufmerksamkeit.

Die 31-jährige Kieler Biologin und Entwicklerin das Schutzanstrichs, Nadine Sydow, nahm die Ehre am Dienstagabend mit Freudentränen entgegen. Sie und letztlich auch ihr Geschäftspartner Dr. Peter Rehders, entschieden sich in der Vox-Show am Ende für das Angebot von Ralf Dümmel, der mit seinen 500.000 Euro Kapital gleich ein Drittel der Unternehmensanteile übernimmt und das Produkt zunächst „flächendeckend“ in Deutschland, dann im Ausland vermarkten will. „Wir müssen unbedingt nach Amerika expandieren“, hatte Sydow zuvor erklärt. Dort knabbert die Afrikanische Riesenschnecke sogar den Kalk an den Häusern weg.

Eigentlich wollten Sydow und Rehders für nur zehn Prozent ihres Unternehmens für eine halbe Millionen abgeben, sie entschieden sich dennoch für Dümmels Offerte. Entscheidend war, dass er die Unterstützung von 400 Leuten für die weitere Vermarktung zusagte.

Verkauft haben die Kieler 2016 schon 20.000 Dosen ihrer klaren Rutsch-Barriere. Beim Online-Versandhaus Amazon wird der transparente Garten-Schutzlack inzwischen als „Bestseller Nr. 1“ geführt – und erntet überwiegend sehr gute Bewertungen.

Hinter dem Schnexagon-Patent verbirgt sich kein Schnecken-Gift, sondern ein raffinierter Bio-Schutzanstrich, der den Schnecken bildlich den Boden unter den Fußen wegreißt – und das mit dem Duft von Zitroneneis. Der Lack verhindert mit einer Abperl-Methode, dass die Schnecken senkrechte Anhöhen hochsteigen können. Sydow fand die Wirkung natürlicher Tenside, die die Klebeproteine im Schleim der Schnecken außer Funktion setzen.

Schnexagon lässt zwar die Schnecken abrutschen, haftet aber auf diversen Materialien und kommt dabei ohne Gifte aus. Sofern ein zehn bis 15 Zentimeter breiter Anstrich um die zu schützende Fläche möglich ist (insbesondere wenn Töpfe verwendet werden), bildet der Anstrich auf diversen Oberflächen eine langanhaltende Barriere gegen Schnecken. Die Wirkungdauer des Anstrichs ist witterungsabhängig. Bei starken Regenperioden muss etwa alle fünf Wochen neu aufgetragen werden, bei überwiegend sonnigem Wetter kann die Glasur auch eine ganze Saison halten.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen