Hamburgs Luft wird nicht besser : Kommentar: Wir brauchen radikalere Ideen als Diesel-Sperrzonen

Diesel-Fahrverbote sind keine Lösung. Das Problem sitzt viel tiefer. Wir müssen den Verkehr ganz hinterfragen.

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20. November 2018, 20:34 Uhr

Hamburg | Als erste Stadt in Deutschland hat Hamburg eine Straße für ältere Diesel gesperrt. Inzwischen hagelt es geradezu Dieselfahrverbote in deutschen Städten. Jetzt gibt es eine erste Schadstoff-Bilanz aus der Vorreiterstadt: Die Mini-Sperrzone zeigt offenbar nicht die erhoffte Wirkung. Ganz im Gegenteil: Sollten sich die Messwerte aus den letzten Monaten für das ganze Jahr bestätigen, macht das Fahrverbot alles sogar noch schlimmer. Es  wäre also sinnlos.

Das kann niemanden überraschen. Abgaswolken halten sich nicht an Verbotsschilder, sie ziehen einfach ein paar Straßen weiter und belasten die Nachbarschaft. Damit aber offenbart sich das eigentliche Problem, das die zu kurz gegriffene Debatte über Grenzwerte und Fahrverbote vernebelt: Es gibt einfach zu viele Autos, die durch unsere Städte und über unsere Autobahnen rollen – oder im Stau stehen. Und diese Autos und Lkw machen Dreck, alle, auch die modernsten Benziner. Und sie verbrauchen Platz, den es in den Städten nicht gibt. Das Konzept „Individualverkehr“ ist gescheitert. Wir müssen endlich über viel radikalere Ideen als Diesel-Sperrzonen nachdenken – und sie vor allem umsetzen.

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