Reisen : Zu Besuch in der Township

Nike wird von den Kindern in der Township herzlich willkommen geheißen.
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Nike wird von den Kindern in der Township herzlich willkommen geheißen.

In Südafrika erlebte Kina-Reporterin Nike (12), wie die armen Menschen in dem Land leben.

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20. November 2018, 19:04 Uhr

Südafrika ist ein Land mit vielen verschiedenen Menschen. Schwarz, weiß, farbig – bis vor ungefähr 25 Jahren wurden die Menschen in dem Land am südlichen Ende Afrikas nach Hautfarben unterschieden. Die Schwarzen hatten kaum Rechte. Diese Politik hieß Apartheid.

Die Farbigen haben eine hellere Hautfarbe als die Schwarzen. Sie sind meistens Nachfahren von europäischstämmigen Einwanderern. Grundsätzlich hatten die Farbigen damals mehr Rechte als die Schwarzen.

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Emzini Tours
 

Die Weißen hatten und haben es heute noch überwiegend am besten. Die ärmsten der Schwarzen und Farbigen leben in sogenannten Slumvierteln – besser bekannt unter dem Wort: Townships.

Allein in Kapstadt leben ungefähr drei Millionen Menschen in Townships. Diese erstrecken sich bereits 20 Kilometer vor Kapstadt auf beiden Seiten der Autobahn entlang bis in die Stadt hinein. In diesen Slumvierteln bauen sich die Menschen Hütten, meistens aus Wellblech, weil sie sich woanders kein Grundstück leisten können.

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Emzini Tours
 

Strom und Wasser sind nur selten vorhanden. Dennoch entwickelt sich dort über die Jahre hinweg eine eigene Infrastruktur. Es gibt Friseursalons, Schuhläden, Büchereien und kostenlose Schulen. Trotzdem bleiben viele Kinder zu Hause, weil sie sich um ihre jüngeren Geschwister und den Haushalt kümmern müssen oder sogar schon selbst Kinder haben.

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Emzini Tours
 

Wir konnten in Südafrika eine Township-Tour buchen. Am Anfang war ich skeptisch, ob ich das überhaupt wollte – sozusagen Eintritt zu zahlen, um eine arme Wohngegend anzusehen. Überzeugt hat mich letztendlich, dass wir mit dem Geld für die Tour das Viertel und die Menschen, die dort leben, unterstützen.

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Emzini Tours
 

Ein Townshipbewohner hat uns durch das Viertel geführt. Er erklärte, dass alle neuen Bewohner bei ihrem Einzug in das Township eine Wartenummer bekommen: Die Regierung versucht, den starken Unterschied zwischen Arm und Reich in den Griff zu bekommen, indem sie den Township-Bewohnern ein einfaches Haus bauen. Meistens müssen sie allerdings bis zu 20 Jahre warten, bevor sie so ein Haus bekommen.

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Emzini Tours
 

Wir haben viele Kinder getroffen, die uns hinterhergelaufen sind und uns um Geld gebeten haben. Uns wurde von Anfang an gesagt, dass wir ihnen kein Geld geben sollten. Trotzdem fiel es uns natürlich schwer. Einige Kinder wollten aber gar kein Geld, sondern nur eine Umarmung. Extrem beeindruckt hat mich die Fröhlichkeit, die die Menschen ausgestrahlt haben, obwohl sie in diesen hoffnungslosen Verhältnissen leben müssen. Daran denke ich immer noch häufig, wenn ich mürrischen und unzufriedenen Menschen hier zu Hause begegne.

Hier findest du mehr über die Tour durch die Township mit Emzini Tours in Knyzna.
 

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