Tennisprofi Mona Barthel war bei Olympia : "Wow, oh mein Gott, Riesenfreude!"

Dabei sein ist alles: Mona unterlag der Polin Urszula Radwanska 4:6, 3:6.
Dabei sein ist alles: Mona unterlag der Polin Urszula Radwanska 4:6, 3:6.

Mona Barthel war als jüngste deutsche Tennisspielerin bei den Olympischen Spielen. Auf der Weltrangliste ist die 22-Jährige weit oben. Für den Olympia-Sieg reichte es leider nicht.

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29. Juli 2012, 03:51 Uhr

London | Eigentlich hätte Mona nun Ferien gehabt. Aber eine Team-Kollegin muss sich noch von einer Verletzung erholen. Deshalb durfte sie plötzlich mit nach London. Gleich am ersten Wochenende hat sie gespielt. Dooch für die Neumünsteranerin war das erste Spiel auch schon das letzte. Sie unterlag der Polin Urszula Radwanska 4:6, 3:6. Wie sie ihr erstes Olympia erlebt, erzählte sie vor dem Match im Interview.
Du hast erst vor eineinhalb Wochen erfahren, dass du zu Olympia darfst. Plötzlich rief die Bundestrainerin auf deinem Handy an. Wie war dieser Moment?
Das war auf jeden Fall ein Schock: Man ist erst mal so "Wow, oh mein Gott, Riesenfreude!". Man musste so viel organisieren: Wie bekomm ich noch meine Sachen? Wie komme ich da hin? Andere bereiten sich vier Jahre darauf vor - ich hatte vier Tage.
Wie sind deine ersten Eindrücke aus dem olympischen Dorf, in dem die Sportler wohnen?
Das ist riesengroß. Ich glaube, 10.600 Leute wohnen da. Es ist natürlich alles neu: alle Häuser, alle Zimmer. Es sind viele Leute auf der Straße - es ist ja im Moment auch super Wetter. Und man merkt, dass es alles Sportler sind. Ein paar joggen da umher."
Die 392 deutschen Sportler haben alle einen Koffer gepackt bekommen. Was war da genau drin?
Natürlich sehr viel Kleidung, alles, wo Deutschland draufsteht. Auch schicke Sachen: Wir haben eine weiße Hose und eine Jacke, die man sogar drehen kann. Auf der einen Seite ist sie pink, auf der anderen Seite blau. Und dann auch pinke und blaue Schuhe. Und Trainingsanzüge, eine elektrische Zahnbürste und ein bisschen Duschgel. Wir haben sogar einen Reise-Duschkopf bekommen - ich weiß aber überhaupt nicht wieso. (Mona lacht.)
Ihr Tennis-Mädels wohnt alle in einer Wohnung im Dorf zusammen. Viele Sportler haben ihre Wohnungen von innen und von außen an den Fenstern mit Fahnen-Girlanden geschmückt. Ihr auch?
Ja, Flaggen haben wir auch überall. Da können alle erkennen, dass wir hier wohnen. Auch am Balkon hängen welche.
Wie viele Schläger braucht eine Tennisspielerin so?
Ich habe jetzt sechs Schläger mit dabei. Die Seiten der Bespannung können reißen, dann bräuchte man einen Ersatzschläger. Oder manchmal möchte man eine härtere Bespannung und manchmal eine weichere - das kommt auf die Wetter-Bedingungen an, wie warm es ist.
Hast du schon mal aus Ärger einen Schläger zertrümmert?
Ja, ich glaube, ich habe einmal einen kaputt gemacht. Mir ist auch mal einer beim Aufschlag aus der Hand geflogen. Der war dann auch kaputt. Aber eigentlich zerhaue ich aus Wut keine Schläger. Da versuche ich meine Gefühle in mir drinzuhalten.
Wann hast du eigentlich mit Tennis angefangen?
Ich spiele Tennis, seitdem ich laufen kann. Meine ganze Familie hat gespielt. Sobald ich stehen konnte, habe ich mir einen Schläger geschnappt. Vielleicht sogar mit eins schon. Mit drei hatte ich dann richtig Training mit Vierjährigen.

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