Homeschooling : Wo digitales Lernen Alltag ist

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Die Kina-Reporter Hannah, Lana, Johanna und Lukas wollen wissen, wie Schule zu Hause gelingen kann. Das Küstengymnasium in Neustadt gilt als Musterschule fürs digitale Lernen.

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27. Oktober 2020, 06:58 Uhr

Neustadt | Computerführer- scheine, Lernplattformen und digitale Medien waren für viele Schulen in der Corona-Krise neu. Eine Schule, die damit bereits seit 16 Jahren Erfahrung hat, ist das Küstengymnasium Neustadt in Holstein. Um mehr über das digitale Lernen zu erfahren, haben die Kina-Reporter den stellvertretenden Schulleiter Ralf Hübner (53), der seit 24 Jahren an der Schule arbeitet, interviewt.

Horsty, was machst du da?
Gunga

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Papierfreier Unterricht mit Computerführerschein

Das Gymnasium ist eine Modellschule, also eine Referenzschule für andere, die den Unterricht dort anschauen und von den Erfahrungen profitieren können. Außerdem bietet das Küstengymnasium Beratungstermine für andere Schulen an. „Digitale Medien gehören für die Schüler zum Alltag“, erzählt Ralf Hübner. Die Oberstufenschüler bringen alle ihr Endgerät mit in die Schule und arbeiten an diesem, sodass der Unterricht komplett papierfrei stattfindet. Die neuen Fünftklässler machen einen Computerführerschein, sodass sie eine Einführung in die Lernplattform Fronter bekommen.

Ich befreie meine Laptop von Viren.
Gunga

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Die Lernmaterialien der Stunden werden immer auf der Plattform zur Verfügung gestellt. Ralf Hübner ist der Meinung: „Eine Lernplattform muss so sein, dass sie intuitiv funktioniert." Man sollte auf eine Seite klicken und sofort alle Lernmaterialien für den jeweiligen Tag bekommen. Der 53-Jährige hebt hervor, dass die Kosten für die Plattform überschaubar sind. Für die Schule sind sie nicht höher als für Fotokopien.

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Gunga

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Dadurch, dass die Schule schon so lange mit digitalen Medien arbeitet, war es für die 697 Schüler und 42 Lehrer kein Problem, in der Coronazeit produktiv zu sein, da genauso gearbeitet wurde wie davor. Nach einigen Wochen während des Lernens zu Hause hat die Schule bei einer Evaluierung zu 90 Prozent positive Rückmeldungen von Schülern und Lehrern bekommen.

Mehr Abstimmung unter Lehrern

Aber auch an der Modellschule gab es noch Verbesserungsmöglichkeiten, zum Beispiel sei„die Qualität des örtlichen Netzwerkes ein Problem, kritisiert Ralf Hübner. Und es war manchmal schwierig, Hilfe zu leisten für Schüler, denen es schwerfällt, selbstständig zu arbeiten. Außerdem hat zu Beginn nicht alles geklappt, da sich die Lehrer untereinander nicht abgestimmt hatten. Dadurch haben die Schüler zu viel Stoff bekommen. Die Schule hat daraufhin einen Aufgabenplan entwickelt, der den Umfang der Aufgaben einschränkt.

Tipps für die Schüler zu Hause

Um uns Schülern den Schulalltag zu Hause zu vereinfachen, hat Ralf Hübner ein paar Tipps. Zuerst einmal sollte sich jeder einen Zeitplan machen, wann man woran arbeitet. Außerdem sollte man sich mit seinen Familienmitgliedern absprechen, wann man den Laptop benötigt. In Zukunft kann sich der stellvertretende Schulleiter vorstellen, dass der digitale Unterricht auch nach der Corona-Krise genutzt wird.

Ich möchte so ein Arbeiten nicht mehr missen Ralf Hübner
 

Dennoch betont er, dass man gemeinsam Zeit in der Schule verbringen und in Gruppen arbeiten sollte. „Man braucht gemeinsame Zeit in der Schule und die Arbeit in Gruppen", sagt der Lehrer. Etwas zusammen erarbeiten kann man schließlich nicht alleine.

 

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