Kinderrechte : Wir entscheiden mit!

Miya (links) und ihre Kita-Freunde sind täglich im Wald unterwegs. Heute haben sie sich für den Kletterbaum entschieden.
Miya (links) und ihre Kita-Freunde sind täglich im Wald unterwegs. Heute haben sie sich für den Kletterbaum entschieden.

Sag deine Meinung – aber lass auch die anderen mitreden. So geht Demokratie. In der Kita „Blauer Elefant“ lernen die Kinder das schon ganz früh.

shz.de von
05. Mai 2015, 01:49 Uhr

Wer weiß, wo Kinder die besten Abenteuer erleben können? Die Kinder natürlich! Und deshalb sollen sie sich auch einmischen!

„Kinder haben ein Recht darauf, mitzuentscheiden“, sagt Till Maurice Pfaff vom Kinderschutzbund Neumünster. Und in seiner Kita „Blauer Elefant“ dürfen die Kinder deshalb auch mitreden. So sieht das in der Waldgruppe aus: Nach dem Singkreis am Morgen fragen die Erzieher Nico und Frank ihre Schützlinge, was sie machen wollen. „Ich will zum Kletterbaum“, sagt Jeremy. Miya (6) möchte lieber zu den alten Bahnschienen, wo kein Zug mehr fährt. Keno findet das toll. „Da kann man prima Müll sammeln“, sagt der Fünfjährige. Luca Maurice möchte nicht raus aus dem eingezäunten Grundstück der Gruppe, sondern lieber dort spielen.

Was sollen Nico und Frank jetzt machen? Die elf Kinder, die heute da sind, haben so viele Meinungen. Also: Abstimmung! „Wer ist für den Kletterbaum?“, fragt Nico. Sechs Kinder melden sich. „Und für die Bahnschienen?“ Die bekommen fünf Stimmen. Vier melden sich für den Vorschlag, auf dem Gelände zu bleiben. Damit ist die Entscheidung klar: Der Kletterbaum hat gewonnen. Denn die Mehrheit entscheidet, so funktioniert eine Demokratie.

So werden bei uns auch politische Wahlen entschieden. Zum Beispiel, wenn am Sonntag in Neumünster ein neuer Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin gewählt wird. Und weil der Kinderschutzbund der Stadt am Sonntag auch einen runden Geburtstag feiert, nutzen die Kinderschützer den Tag, um Kinder mitreden zu lassen. „Was würdest du in Neumünster machen, wenn du Bürgermeister wärst?“, fragt Till Maurice Pfaff die Kinder. Die Wünsche der Kinder werden dann an das neue Stadtoberhaupt weitergegeben, damit er oder sie weiß, welche Abenteuer die Kinder ihrer Stadt erleben wollen.

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