Interview : Wie wird ein Collie zum Filmstar?

Renate Hiltl trainiert Bandit, der den Lassie spielt. Bandit hat auch noch zwei Doubles.
Renate Hiltl trainiert Bandit, der den Lassie spielt. Bandit hat auch noch zwei Doubles.

Katharina Hansen (15) hat Lassies Trainierin Renate Hiltl interviewt.

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19. Juni 2019, 19:03 Uhr

Wo kommen die Hunde her?
Der Haupthund, der Bandit, der den Lassie spielt, der kommt aus Norddeutschland, ihn haben wir als fünf Monate alten Welpen zu uns geholt. Er spielt zu 90 Prozent Lassie. Wir haben noch zwei Doubles, welche nur zum Einsatz kommen falls Bandit mal nicht mag oder schon zu viel an einem Drehtag gemacht hat.

Wenn Sie nach einem Hund suchen, worauf schauen Sie?
Wenn man die Produktion fragt, sagt die: Die Optik muss stimmen. Der Tiertrainer schaut natürlich nach dem Wesen, ob ein Hund auch mitarbeiten will, und ob er Spaß hat an allem, was wir so trainieren.

Und wie bringt man den Hunden bei, was sie zu tun haben?
Das lernen sie über Klickertraining. Immer, wenn der Hund den Klick hört, dann weiß er, dass er das gut gemacht hat, und dann wird er belohnt. Wenn er einmal verstanden hat, wie das Training funktioniert, bietet er uns auch viel an.

Wie oft wird in der Woche mit den Hunden trainiert?
In Stunden kann man das gar nicht messen. Man sollte immer kurze Trainingseinheiten machen. Wir haben Bandit und seine Doubles über Monate hinweg aufs Drehbuch trainiert, eine Viertelstunde hier, eine halbe Stunde da, aber immer nur so lange dass es den Collies nicht zu viel wird. Spiel, Spass und Ruhezeiten sind beim Training von Tieren sehr wichtig.

Wie haben Sie ihn darauf vorbereitet?
Erst gibt es immer eine Grundausbildung. Dann liest man das Drehbuch und trainiert jede Szene mit dem Hund ein. Die werden Stück für Stück gefilmt und am Ende zusammengeschnitten. Man soll nicht denken, wenn ich mir einen Collie hole, dann macht er tolle Dinge und ist immer brav – das ist bei Weitem nicht so. Drei Trainerinnen kümmern sich bei uns nur um das Wohlergehen und das Training der drei „Lassies“, aber das wirkliche Leben ist anders als im Film.

Was ist das Besondere an ihrem Beruf?
Die Collies sind sehr sensibel und feinfühlig. Und wenn es dann  schwierige Szenen gibt, wo ich mir denke, wow, das ist jetzt für einen Hund echt schwierig und ich weiß, der Hund macht das nur für mich, da geht mir das Herz auf, denn ich weiß dass das auf sehr großem Vertrauen auf beiden Seiten zurückzuführen ist. 



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