Kina-Reporter : Wie der Sand Sylt schützt

Arfst Hinrichsen zeigt Nike, wie die Sandfangzäune gebaut werden.
Arfst Hinrichsen zeigt Nike, wie die Sandfangzäune gebaut werden.

Kina-Reporterin Nike findet auf der Nordsee-Insel heraus, wie Küstenschutz funktioniert.

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05. März 2019, 19:09 Uhr

 

Video: Anna Korehnke

Sylt ist eine Insel in der Nordsee. Starker Wind und Sturmfluten bedrohen besonders die ungeschützte Westseite Sylts. „Wenn Wind, Wellen und Sturm auf die Insel einprasseln, dann wird jedes Jahr eine Menge Sand weggespült“, erklärt Diane Seidel. Sie ist Ausstellungsleiterin im Erlebniszentrum Naturgewalten in List. Dort kann man sehen, wie die Natur auf die Insel einwirkt.

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Anna Korehnke

Die Meeresströmung trägt den Sand, der eigentlich an den Strand gehört, hinaus ins Meer. So verliert Sylt jedes Jahr nicht nur jede Menge Sand, sondern auch ungefähr anderthalb Meter Land. Damit Sylt nicht bald wie Atlantis untergeht, wird die Küste geschützt.

Die bekannteste Schutzmaßnahme ist die Sandaufspülung. Das bedeutet, dass Sand vom Meeresgrund aufgesaugt und mit Rohren an den Strand gepumpt wird.

Früher wurden auf Sylt Buhnen und Tetrapoden gebaut, um die Insel zu schützen. Buhnen sind Dämme aus Holz, Beton oder Stahl, die ins Meer ragen, um die Wellen zu brechen. Leider sind sie nicht so effektiv wie gedacht.

Tetrapoden sollten eigentlich als Wellenbrecher im Wasser dienen. Allerdings sacken die Betonblöcke im Meeresboden ein und haben dann keine Wirkung mehr. Deshalb wurden sie an den Strand gelegt, wo sie aber nur noch eine Klettergelegenheit sind. Die Küste schützen sie nicht mehr. Die riesigen Betonarme sind nicht zu übersehen. Touristen sagen oft: „Wie hässlich!“.

Es gibt Küstenschutz, der besser aussieht und die Umwelt nicht belastet. Um Land zu gewinnen, bauen die Küstenschützer auf Sylt zum Beispiel Sandfangzäune. Ich habe mit dem Küstenschutzexperten Arfst Hinrichsen so einen Zaun gebaut. Damit schützen Menschen und Natur gemeinsam die Küste. Wir Menschen fangen an, indem wir einen kleinen Graben buddeln, Holzstöcke sammeln und diese in den Graben stecken. Dann kommt die Natur ins Spiel. Der Wind bläst ganz viel Sand in den Sandfangzaun. ,,Wenn ihr in einem Jahr an den Sandfangzaun zurückkommt, sieht man nur noch die Spitze der Holzstöcke“, sagte Herr Hinrichsen.

Dann vollendet der Mensch die Arbeit des Windes. Er pflanzt in den angewehten Sand Strandhafer oder Dünengras. Die Wurzeln der Pflanze verankern zu einem bis zu 100 Meter langen Netz. So entwickelt sich eine neue Schicht Boden.

Auf der Ostseite von Sylt wird zum Schutz der Küste Queller angebaut. Queller sind kleine Gewächse, die ins Watt gepflanzt werden, um den Sand zu festigen und dadurch Land zu gewinnen. Damit kann sich Sylt nach Osten vergrößern.

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Wie ihr merkt, ist Küstenschutz eine langwierige, anstrengende und besonders teure Angelegenheit. Arfst Hinrichsen sagt, dass für den Küstenschutz jedes Jahr ungefähr 10 Millionen Euro ausgegeben werden.

Aber wir können alle etwas zum Küstenschutz beitragen, wenn wir nicht wollen, dass Inseln wie Sylt langfristig verschwinden. Jeder sollte darauf achten, Dünenschutzgebiete nicht zu betreten, damit die Pflanzen nicht zerstört werden, die die Dünen zusammenhalten.

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