Geschichte : Wenn Herrscher um Land streiten

Das Gebiet, um das sich im Jahr 1864 Herrscher gestritten haben, besteht aus den Teilen Holstein (gelb) und Schleswig. Heute ist Schleswig durch eine Grenze geteilt ins dänische  Nordschleswig (grün) und Südschleswig (orange), das Teil Schleswig-Holsteins und damit deutsch  ist.
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Das Gebiet, um das sich im Jahr 1864 Herrscher gestritten haben, besteht aus den Teilen Holstein (gelb) und Schleswig. Heute ist Schleswig durch eine Grenze geteilt ins dänische Nordschleswig (grün) und Südschleswig (orange), das Teil Schleswig-Holsteins und damit deutsch ist.

Deutsche und dänische Schüler werden bei einem Projekt über Krieg zu Freunden.

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03. März 2014, 01:54 Uhr

Krieg – davon hören wir manchmal in den Nachrichten. Gerade reden viele darüber, weil im Osten Europas ein Krieg droht. Russland und die Ukraine streiten sich um eine Halbinsel im Schwarzen Meer, die Krim heißt. Das ist mehr als 2000 Kilometer entfernt von unserem Bundesland.

Dass hier in Schleswig-Holstein Krieg droht, ist heute unvorstellbar. Und das, obwohl wir direkt an einer Grenze zwischen zwei Staaten wohnen – an der Grenze zwischen Dänemark und Deutschland. Doch wenn diese beiden Staaten sich nicht einig sind, drohen sie nicht mit Krieg. Sie reden miteinander und klären so alle Auseinandersetzungen.

Das war nicht immer so. Vor 150 Jahren gab es einen Krieg hier in Schleswig-Holstein. Damals stritten sich Dänemark und der Deutsche Bund – eine Art Vorgänger von Deutschland – um die damaligen Herzogtümer Schleswig und Holstein.

In diesem Gebiet lebten damals Deutsche und Dänen. Das ist auch heute noch so. Südlich der deutsch-dänischen Grenze lebt eine dänische Minderheit und nördlich der Grenze eine deutsche Minderheit. Die Minderheiten haben sogar eigene Schulen.

Hintergrund: Das Grenzland

Das Gebiet, um das sich im Jahr 1864 Herrscher gestritten haben, besteht aus den Teilen Holstein und Schleswig. Heute ist Schleswig durch eine Grenze geteilt ins dänische  Nordschleswig und Südschleswig, das Teil Schleswig-Holsteins und damit deutsch  ist.

1864 griffen die deutschen Truppen an, weil Dänemark das Herzogtum Schleswig an  sich binden wollte. Die   Dänen mussten sich zurückziehen. So standen sie sich schließlich im Februar 1864 in Düppel bei Sonderburg gegenüber und beschossen sich gegenseitig mit Kanonen. Am 18. April besiegten die Deutschen die Dänen.

Danach war das Land für einige Jahrzehnte unter der Herrschaft der Deutschen. Erst im Jahr 1920, nach einem weiteren, großen Krieg, durften die Menschen selbst darüber bestimmen, zu welchem Land sie gehören wollten. Es gab eine Abstimmung. Und so wurde die Grenze  festgelegt.

 

In Flensburg zum Beispiel gibt es die Jes Jessen Skole (JJS), eine dänische Gemeinschaftsschule. Die siebte Klasse dieser Schule und eine achte Klasse der deutschen Fridtjof-Nansen-Schule (FNS) in Flensburg beschäftigen sich gerade mit dem deutsch-dänischen Krieg von 1864.

Das Projekt wird vom Theater Kormoran veranstaltet. Darin sehen die Schüler sich an, wie der Krieg zum Beispiel auf Bildern dargestellt wird. Dafür sind sie an einem Tag extra nach Düppel gefahren. Dort ist ein Museum, in dem man sehen kann, wie die Menschen gegeneinander gekämpft haben. „Das war ziemlich grausam“, sagt Asya von der FNS. Die 14-Jährige hat erfahren, wie die Soldaten damals leiden mussten. „Das kann man hier gut nachvollziehen“, sagt Nantke (13) von der JJS.

Die Schüler finden es gut, dass die Schanzen, hinter denen die Soldaten im Jahr 1864 Schutz vor dem Feind suchten, hier nachgebaut sind. So wissen sie zu schätzen, dass es heute friedlich zugeht an der deutsch-dänischen Grenze. „Wir sind Freunde geworden“, sagt Paula (14).

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