Schleswig-Holstein : Weil ich ein Mädchen bin

Kina-Reporterinnen erzählen am Weltmädchentag, was sie von der Gleichberechtigung im Land halten.

shz.de von
10. Oktober 2018, 19:24 Uhr

Einfach stark

Jonna (14) aus Tremsbüttel:

Als Mädchen in Schleswig-Holstein kann man sehr zufrieden sein.

Doch oft werden wir unterschätzt. Man bekommt oft zu hören: „Jungs sind aber viel sportlicher.“ Oder Jungen sollen Aufgaben übernehmen, weil Mädchen zu schwach seien. Erschreckend finde ich, dass Mädchen dadurch eingeschüchtert werden. Sie sollten sich hinstellen und sagen: „Hej, ich bin ein Mädchen. Aber das heißt noch lange nicht, dass ich weniger stark bin.“
 

Mint Pink

Linda (14) aus Aumühle

Als Mädchen haben wir die Möglichkeit, alles zu machen, was wir wollen. Doch ab und zu merke ich schon, dass es noch Unterschiede gibt. Viele sind zum Beispiel überrascht, wenn sie hören, dass ein Mädchen boxt oder Fußball spielt. Und Mädchen, die naturwissenschaftlich begabt sind, wollen es meistens nicht zeigen, weil es ihnen peinlich ist. Ich finde das albern. Meine Schule setzt sich mit  der Initiative ,Mint Pink’ für diese Schülerinnen ein.

Zwei Kulturen

Stine (14) aus Flensburg

Es ist schön 2019 in Schleswig-Holstein ein Mädchen zu sein, da ich zur Schule gehen kann, die gleichen Rechte wie die Jungs habe, durch kleine Jobs selber Geld verdienen kann und dicht an Dänemark wohne und mit beiden Kulturen aufgewachsen bin.                 

 Aber man hat als Mädchen auch hier eher Angst, wenn man zum Beispiel Abends alleine noch unterwegs ist. Da ist die Gefahr von Verbrechen an Mädchen deutlich höher, als die an Jungen.
 

Große Auswahl

Lina (14) aus Schönkirchen

Mädchen haben heute zum Glück genau die gleichen Berufschancen wie Jungen. Frauen werden im Durchschnitt älter als Männer. Und wir  Mädchen haben eine große Auswahl bei Kleidungsstücken – weil Jungs keine Röcke und Kleider tragen.

Es gibt aber immer noch Arbeitsstellen, wo Mädchen ohne Grund weniger Gehalt bezahlt bekommen. Und Mädchen erfahren leider auch häufiger sexuelle Gewalt.

Zu viele Halbtagsjobs

Lena (15) aus Fitzbek

Damit es richtig toll ist, ein Mädchen zu sein, muss noch ziemlich viel passieren. Momentan ist es cooler, ein Mann zu sein, weil man da doch noch mehr Chancen hat. Männer werden immer noch mehr gefördert. Es gibt noch zu wenige Regeln, die dafür sorgen, dass Frauen gleichberechtigt sind. Wenn eine Familie gegründet wird, ist es noch oft so, dass der Mann weiter voll arbeitet und die Frau höchstens einen Halbtagsjob macht. Das finde ich altmodisch.

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