Mitmachen : Weg mit dem Schiet!

Bosse, Lennart und Keke  haben den Müll sogar aus den Büschen rausgeharkt.
Bosse, Lennart und Keke haben den Müll sogar aus den Büschen rausgeharkt.

Lennart und seine Familie haben ein ganzes Dorf fürs Müllsammeln begeistert – natürlich mit Abstand zwischen den Sammlern.

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23. März 2020, 19:25 Uhr

Munkbrarup | So viel Müll! Glasflaschen im Graben, Bonbonpapier im Knick und Zigarettenstummel vor der Bushaltestelle. „Wir haben jeden Tag Müll an den Straßenrändern gesehen“, erzählt der achtjährige Lennart aus dem Dorf Munkbrarup in der Nähe von Flensburg. Und dann war auch noch das Schietsammeln abgesagt worden. Denn wegen des Corona-Virus sollen ja nicht so viele Menschen zusammen etwas machen. Aber rausgehen dürfen Eltern und Kinder trotzdem, wenn sie sich nicht mit anderen treffen.

Jeder sammelt in

einer anderen Straße

Also haben Lennart und seine Familie Handschuhe und Müllsäcke genommen und sind losmarschiert. Dabei haben sie so viel Abfall gefunden, dass ihnen klar wurde: Das schaffen wir nicht alleine! „Aber dann haben wir gedacht: Das schaffen wir trotzdem. Weil momentan ja keine Schule ist und viele Kinder Zeit haben“, erinnert sich Lennart. Seine Mutter Levke hatte dann eine tolle Idee: Sie hat eine WhatsApp-Gruppe mit ganz vielen Munkbrarupern gegründet. Jede Familie hat in die Gruppe geschrieben, welche Straße sie reinigt. Es haben so viele mitgemacht, dass das Dorf jetzt wieder ganz sauber ist.

Für einige Kinder war das wie Ostereier suchen. Nur, dass einige Eier ganz schön gestunken haben! Denn die Sammler haben sehr viele Plastikbeutel mit Hundekot gefunden. „Das war ziemlich eklig!“, fand Lennarts Bruder Bosse (6). Und er versteht das nicht: Warum packen die Leute den Mist von ihren Hunden in Tüten und werfen die in die Natur? Schließlich weiß doch jeder, dass Plastik nicht verrottet. Andere Familien haben auch Socken, Silvesterraketen, eine Schuhsohle, eine Handyhülle, Unterwäsche und sogar ein ganzes Hundebett gefunden! Und ganz viel Müll von McDonald’s. „Ich verstehe ja, dass die Kinder da hinwollen, das schmeckt ja auch lecker. Aber die dürfen doch den Abfall nicht einfach wegwerfen!“, sagt Lennart.

Er fand das Müllsammeln super. „Irgendwann konnten wir nicht mehr“, gibt der Schüler der zweiten Klasse zu. „Aber es hat Spaß gemacht, was für die Umwelt zu tun. Und ich hoffe, dass noch mehr Gemeinden das machen!“ Nebenbei haben sie auch noch Blumensamen am Wegrand verbuddelt. „Das ist auch gut für die Bienen!“

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