Badesicherheit : Wann baden zur Gefahr wird

Mit der Rettungsboje einsatzbereit: Am Flensburger Strand Solitüder helfen Torsten Brocks (von links), Swantje Ohlenbusch und Thomas Kaup  den Strandbesuchern in Notfällen, aber auch  bei kleineren Verletzungen wie Schnittwunden oder Wespenstich.
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Mit der Rettungsboje einsatzbereit: Am Flensburger Strand Solitüder helfen Torsten Brocks (von links), Swantje Ohlenbusch und Thomas Kaup den Strandbesuchern in Notfällen, aber auch bei kleineren Verletzungen wie Schnittwunden oder Wespenstich.

Die Retter von der DLRG mahnen zur Vorsicht am Strand.

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24. Juli 2014, 01:10 Uhr

Montagmorgen. Es ist schönes Wetter, doch der Wind weht kräftig aus dem Osten. Am Timmendorfer Strand ist die rote Flagge bei der DLRG hochgezogen. Das heißt: Hier soll niemand ins Wasser gehen, denn es ist gefährlich. Es stehen auch noch viele Schilder am Strand. Auf einigen steht: „Lebensgefahr! Bitte nicht baden!“, auf anderen sind durchgestrichene Schwimmer zu sehen.

Trotzdem gehen viele Menschen ins Wasser. Sie denken: „Gefahr? Ach was! Ich kann doch schwimmen.“ Jeder denkt, er hätte alles im Griff. Auch zwei Geschwister, zehn und 14 Jahre alt, stürzen sich in die Brandung. Doch dann geht alles ganz schnell. Sie verlieren den Halt, tauchen unter.

Gut, dass die Retter von der DLRG da sind. Sie schaffen es, die Urlauberkinder aus dem Wasser zu ziehen. Ein Arzt behandelt die Kinder, eines muss sogar ins Krankenhaus.


Auch gute Schwimmer geraten in Gefahr


Trotzdem hatten die Geschwister noch einmal Glück. In den vergangenen Tagen sind in Schleswig-Holstein sieben Menschen in der Ostsee ertrunken. Der Ostwind bringt derzeit eine besonders gefährliche Strömung an ihre Küsten. „Auch erfahrene Schwimmer können hier in Gefahr kommen, sogar wir Retter“, erklärt DLRG-Rettungsschwimmer Philipp Knaack. Er war am Montag bei der Rettungsaktion für die Kinder am Timmendorfer Strand im Einsatz. Dabei haben er und seine Kollegen wie so oft ihr eigenes Leben riskiert, um anderen zu Hilfe eilen. Dafür bekommen sie kein Geld, denn der DLRG-Einsatz ist ein Ehrenamt.

Was vielen Menschen nicht bewusst ist: Das Meer ist nun kein Schwimmbad, wo ein Bademeister jederzeit eingreifen kann. Die DLRG-Retter haben viel zu tun. Neben der Wasserrettung versorgen sie Schnittwunden, helfen bei Wespenstichen, Feuerquallen und Sonnenstich.

„Wichtig ist, dass Eltern auch an einem bewachten Strand auf ihre Kinder aufpassen“, sagt Torsten Brocks, der am Flensburger Solitüde-Strand im Einsatz ist. Hier, in der Förde, gibt es derzeit nicht so viel Strömung, aber es lauern andere Gefahren. Bei starkem Wind werden zum Beispiel oft Luftmatratzen oder Badeboote zur Gefahr, die hinaustreiben. Sie bringen immer wieder Menschen in Lebensgefahr. Torsten Brocks rät allen, die gern am Strand baden, sich bei den DLRG-Rettern zu informieren, worauf man an ihrem Strand besonders achten muss. Und wenn die rote Flagge weht, dann heißt es: Raus aus dem Wasser!

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