Revolution : Vor 100 Jahren übernahm das Volk die Macht

Der Matrosenaufstand war sogar ein Postkarten-Motiv.
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Der Matrosenaufstand war sogar ein Postkarten-Motiv.

Im November 1918 endete mit dem Ersten Weltkrieg auch das Kaiserreich.

shz.de von
09. November 2018, 01:48 Uhr

Im Jahr 1918 hungerten viele Menschen in Deutschland. Zu diesem Zeitpunkt tobte der Erste Weltkrieg schon vier Jahre. Viele Soldaten waren gestorben, das Essen war knapp. Die Leute wünschten sich Frieden.

Zuerst weigerten sich Matrosen in der Hafenstadt Kiel, mit ihren Kriegsschiffen in eine weitere Schlacht zu starten. Dann schlossen sich Arbeiter dem Protest an. Auch Soldaten stellten sich gegen die Machthaber. Der Aufstand begann in Kiel und weitete sich von dort auf ganz Deutschland aus. Eigentlich herrschte der Kaiser über Deutschland. Doch in mehreren Städten übernahmen die Menschen, die bei den Aufständen mitmachten, nun die Macht. Schließlich hieß es: Der Kaiser verzichtet auf seinen Thron. Seine Herrschaft war damit am Ende.

Heute vor genau 100 Jahren, am 9. November, trat der Politiker Philipp Scheidemann an ein Fenster in Berlin. Er sagte zu den Tausenden Menschen draußen: „Es lebe das Neue, es lebe die deutsche Republik!“ Mit Republik meinte er eine Staatsform, bei der nicht mehr der Kaiser, sondern zum ersten Mal in Deutschland das Volk ohne einen König oder Kaiser regieren durfte.

Ganz friedlich war dieser Machtwechsel aber nicht. Es gab viele Gruppierungen in der Gesellschaft, die miteinander kämpften. Und bevor Deutschland so ein Rechtsstaat wurde, wie er heute ist, ging das Land von 1933 bis 1945 noch durch eine schlimme Zeit voller Unrecht und Krieg.

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