Mitmachen : Umweltschutz geht uns alle an

Um Schönes zu gestalten, braucht man kein Plastik: ein Strandbild aus Pflanzen und Steinen.
Um Schönes zu gestalten, braucht man kein Plastik: ein Strandbild aus Pflanzen und Steinen.

Der Achtklässler Pelle aus Flensburg hat mit Mitschülern und Eltern am Strand Müll gesammelt.

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07. Oktober 2020, 09:59 Uhr

Flensburg | Vor den Ferien rief unsere Klassenlehrerin der Waldorfschule Flensburg, zum Müllsammeln auf. Wir trafen morgens am Solitüder Strand ein, die Flensburger Förde spiegelglatt, ein herrlicher Tag. Wir wurden in Gruppen eingeteilt und sammelten auf einer Strandlänge von etwa 500 Metern. Auf diesem Abschnitt fand bereits zwei Wochen zuvor eine große Müllsammelaktion statt, und auf den ersten Blick sahen wir auch gar keinen Müll.

Doch nach anderthalb Stunden war das Ergebnis ernüchternd. Es war eine Menge an großen und kleinen Plastikteilen, Einweggrill-Teilen, Dosen, Flaschen und Hunderte von Zigaretten-Kippen zusammengekommen. Die Erwachsenen, die uns begleiteten, legten daraus zwei Figuren, um die Menge darzustellen. Unsere Lehrerin wünschte sich, dass wir Schüler etwas Schönes schaffen. Mit Naturfundstücken hatten wir eine Stunde Zeit für unsere Kreativität. Unsere Ergebnisse seht Ihr auf den Fotos. Wir hatten viel Spaß dabei.

Eine Schildkröte aus dem Müll, der die Meerestiere bedroht, legten die erwachsenen Müllsammler bei der Aktion der Walddorfschüler und ihrer Lehrerin.
Katrin Storsberg/privat
Eine Schildkröte aus dem Müll, der die Meerestiere bedroht, legten die erwachsenen Müllsammler bei der Aktion der Walddorfschüler und ihrer Lehrerin.
Doch alle hoffen, dass die Meere irgendwann wieder so aussehen, dass man an ihren Stränden nur aus Sand und anderen Naturmaterialien Tierskulpturen bauen kann, so wie die Schüler es diesmal ausprobierten.
Katrin Storsberg/privat
Doch alle hoffen, dass die Meere irgendwann wieder so aussehen, dass man an ihren Stränden nur aus Sand und anderen Naturmaterialien Tierskulpturen bauen kann, so wie die Schüler es diesmal ausprobierten.
 

Einige von uns waren sehr betroffen über die Müll-Informationen, die wir erhielten. Wusstest du, dass wir Deutschen die größten Müllverursacher Europas sind? Pro Kopf produzieren wir jährlich ca 617 Kilogramm Müll, stell dir die Menge von 617 Flaschen vor! Die Autos auf unseren Straßen verursachen jährlich einen Abrieb der Reifen von 100.000 Tonnen, der einfach so in der Umwelt landet. Dieser ist giftig!

Jede Zigaretten-Kippe verschmutzt viele Liter Wasser.
Katrin Storsberg/privat

Jede Zigaretten-Kippe verschmutzt viele Liter Wasser.

 

9 Millionen Tonnen Plastikmüll landen jährlich in den Weltmeeren. Und eine einzige Kippe verseucht 40 Liter Grundwasser. Warum? Das enthaltene Nervengift Nikotin ist sehr gut wasserlöslich. In 30 Sekunden ist Nikotion im Erdboden oder Meer. Die Inhaltstoffe und Bestandteile dieser „Fundstücke“ können von Mikroorganismen und durch die Natur nicht verarbeitet werden. Übrig bleiben kleinste Teile, die in den kompletten Kreislauf und damit auch in unsere Nahrung gelangen.

Deshalb sollten wir alle möglichst „Precycling“ betreiben, also Müllvermeidung, verpackungsfrei einkaufen und über unser Kaufverhalten nachdenken.

Müllvermeidung kommt vor Mülltrennung und Recycling. Und wir alle sind aufgefordert Müll zu sammeln, damit er nicht in den Kreislauf der Nahrungsketten und des Bodens und Meeres gelangt.

Die Schüler verwandeln Gräser und Sand in Kunst.
Katrin Storsberg/privat

Die Schüler verwandeln Gräser und Sand in Kunst.

 

Mach auch du mit! Jeder Einsatz ist wichtig! Wir sind für unseren Planeten verantwortlich.

Weiter informieren kannst du dich hier zum Thema Recycling in Schleswig-Holstein und zum Thema Plastikvermeidung bei den Plastic Pirates

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