Japan : Sorge um Atomkraftwerke

Blick in ein Atomkraftwerk: Die Brennstäbe stecken in einem Stahlbehälter und werden mit Wasser gekühlt. Foto: dpa
Blick in ein Atomkraftwerk: Die Brennstäbe stecken in einem Stahlbehälter und werden mit Wasser gekühlt. Foto: dpa

Auch wenige Tage nach dem schlimmen Erdbeben in Japan kommt die Erde in dem Land in Asien nicht zur Ruhe.

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16. März 2011, 11:49 Uhr

Fukushima | Das heftige Beben hatte am Freitag Häuser und Straßen vor allem im Nordosten Japans zerstört. Danach folgte eine riesige Flutwelle, die kurz nach dem Beben auf die Küste prallte. Dabei wurden auch Atomkraftwerke beschädigt. In denen wird Strom hergestellt. Menschen - besonders in dem Land in Asien - haben nun Angst, dass gefährliche Strahlen aus den Atomkraftwerken entweichen könnten.
Bei uns sind diese Kraftwerke sehr umstritten. Kritiker sagen, dass sie gefährlich sind, und es zu Unfällen kommen kann. Die Betreiber der Atomkraftwerke sagen dagegen, dass sie alles tun, um die Anlagen sicher zu machen. Außerdem sei Deutschland weniger gefährdet, weil es hier keine Erdbeben gebe.
"Das Problem ist, dass man das Atomfeuer nicht einfach ausschalten kann"
Sicherheit im Atomkraftwerk, was heißt das eigentlich? Ein Fachmann erklärt das so: "Zunächst muss man sagen, dass es in Atomkraftwerken eine Art Atomfeuer gibt. Es brennt aber nicht wirklich, sondern setzt unsichtbare Strahlen frei." Und wie entsteht Strom? Das Atomfeuer erhitzt Wasser und es entsteht Wasserdampf. Der Dampf treibt dann eine Turbine an. Und die Turbine wiederum setzt einen Dynamo in Gang. Dabei entsteht Strom.
"Das Problem ist, dass man das Atomfeuer nicht einfach ausschalten kann", erklärt der Experte. Eine Sicherheits-Regel lautet deshalb: Die Stäbe, in denen das Atomfeuer steckt, müssen ständig unter Wasser sein. Und das Ganze muss auch gekühlt werden. Damit will man verhindern, dass gefährliche Strahlen aus der Anlage entweichen. Zum Kühlen braucht man Pumpen, um das Wasser zu bewegen. Falls eine Pumpe ausfällt, gibt es mehrere Ersatzpumpen. Die können dann im Notfall übernehmen.
Das Atomfeuer steckt in Stäben
"Wichtig ist, dass man das Atomfeuer fest in der Anlage einschließt", sagt der Fachmann. Dazu gibt es mehrere Schutzhüllen: Das Atomfeuer steckt in Stäben, die aus einem besonderen Stahl bestehen. Die Brennstäbe sind in einem Stahlbehälter untergebracht. Und der befindet sich in einem Sicherheitsbehälter aus Beton und Stahl.
Obwohl es viele Sicherheitsmaßnahmen gibt, soll in Japan nun etwas von der gefährlichen Strahlung ausgetreten sein. In der Stadt Fukushima gab es am Sonnabend sogar eine Explosion in einem beschädigten Atomkraftwerk. Welche Folgen das haben wird, ist unklar. Die Regierung in Japan hat deshalb beschlossen: Alle Menschen, die in der Nähe dieses Kraftwerks wohnen, sollen das Gebiet verlassen. Regierungen und Organisationen aus dem Ausland schicken außerdem Rettungsteams, um den Menschen in Japan zu helfen.

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