Tiere : So hilfst du Eichhörnchen durch den Winter

Die süßen Nagetiere freuen sich, wenn du sie in den kalten Monaten fütterst.

shz.de von
16. Januar 2019, 15:27 Uhr

Hmmm, das schmeckt lecker! Leni sitzt auf einem Ast und knabbert genüsslich an einem Tannenzapfen.

eichörnchen
Marcus Dewanger
 

Als Moni Rademacher eine Haselnuss auf den Boden wirft, ist der Zapfen aber plötzlich gar nicht mehr so interessant: Leni springt vom Baum, schnappt sich die Nuss – und ist ruckzuck wieder verschwunden. Die Eichhörnchen-Dame verbuddelt ihre Beute schnell ein paar Zentimeter tief in der Erde.

Aufstehen zum Futtern

Leni lebt mit acht anderen Eichhörnchen in der Eichhörnchen-Schutzstation in Eckernförde. Dort kümmern sich Moni Rademacher und ihre Kollegen um die Tiere. In der freien Natur könnten sie nicht überleben, weil sie zu schwach sind oder eine Behinderung haben. Die Eichhörnchen halten jetzt Winterruhe.

Winterruhe bedeutet, dass sie die meiste Zeit in ihrem Nest aus Zweigen, dem Kobel, schlafen. Zwischendurch wachen sie auf, um etwas zu fressen. Moni Rademacher

In der Schutzstation werden die süßen Nagetiere jeden Tag gefüttert. Eichhörnchen, die im Wald, in Parks oder Gärten leben, müssen sich spätestens alle drei Tage Futter aus ihrem Vorrat holen. Im Herbst sammeln und vergraben sie zum Beispiel Kiefernzapfen. Und Nüsse, manchmal sogar bis zu 10.000 Stück!

 

Die Kletterkünstler sorgen also, wie andere Wildtiere auch, selbst für ihre Nahrung. Trotzdem ist es gut, wenn sie von den Menschen extra Futter bekommen. Wenn der Boden gefroren ist oder viel Schnee liegt, kommen sie nämlich nicht mehr an ihre vergrabenen Vorräte heran. Oder sie können sich nicht mehr an alle Verstecke erinnern. Eichhörnchen, die in der Stadt leben, sollten am besten das ganze Jahr über gefüttert werden. Denn weil es dort wenig Nussbäume und -sträucher gibt, finden sie oft nicht genug Nahrung.

Eichhörnchen fressen gerne Haselnüsse, Walnüsse, Bucheckern, Zirbelnüsse und Sonnenblumenkerne. Apfel, Möhre, Birne und Weintrauben mögen sie auch gerne. Monika Rademacher

Futter selbst mischen

Wenn du magst, kannst du aus verschiedenen Zutaten auch eine eigene Futtermischung für die Hörnchen machen. Moni Rademacher erklärt, was hineingehört.

Am besten legst du das Futter bei euch im Garten in ein großes Vogelhäuschen. Damit hilfst du Hörnchen und Vögeln gleichzeitig.

Pixabay/hbieser
 

Das Futter auf den Boden zu legen, kann vor allem für junge Tiere gefährlich werden: Katzen jagen gerne Eichhörnchen! 

Es gibt auch spezielle Futterhäuschen für Eichhörnchen mit einem Deckel oben. Den können die Tiere selbst öffnen. Zu kaufen gibt es sie zum Beispiel in der Schutzstation. Wenn du jemanden kennst, der ein guter Heimwerker ist, kann er den Futterkasten aber sogar selbst bauen. Eine Anleitung dazu findest du hier:

Futterhäuschen selbst bauen (externer Link)

Zum Füttern gehört auch Wasser. Das stellst du in einem sauberen Schälchen in eine ruhige Ecke des Gartens. Wenn du in einem Park oder im Gemeinschaftsgarten Futter auslegen möchtest, musst du bei der Gemeinde- oder Hausverwaltung um Erlaubnis fragen. Und die Reste immer wegräumen. „Das Futter kann Ratten anlocken“, sagt Moni Rademacher.

Hilfe für verletzte und schwache Hörnchen

Bei ihr in der Schutzstation werden oft kranke oder verletzte Eichhörnchen abgegeben. Und hilflose Jungtiere, die von ihren Eltern zu früh aus dem Nest gestoßen wurden. Wenn du ein Eichhörnchen findest, das sich leicht einfangen lässt, braucht es Hilfe.

Ruf bei einer Eichhörnchen-Schutzstation oder Wildtierstation an. Die Mitarbeiter besprechen dann mit dir oder deinen Eltern, was zu tun ist. Das Tier muss warm gehalten werden, zum Beispiel in einem Karton mit einem Handtuch. Ein erwachsenes Eichhörnchen nimmst du lieber mit einem Tuch hoch, damit du nicht gebissen oder gekratzt wirst. Vor Tollwut brauchst du keine Angst zu haben: Eichhörnchen können die Krankheit nicht übertragen.

In den Schutzstationen werden die Findelkinder verarztet und aufgepäppelt.

dpa

Wenn sie wieder fit sind, können sie in die Natur zurückkehren. Ein Eichhörnchen bei dir zu Hause zu behalten, ist keine gute Idee: Die Pflege ist sehr aufwändig. Und: Eichhörnchen sind Wildtiere, keine Haus- und Kuscheltiere!

In der Schutzstation in Eckernförde leben die Hörnchen in einem Gehege mit Baumästen zum Klettern und Erde zum Buddeln - ein bisschen wie in der Natur also. Trotzdem sind die Tiere hier zutraulich. Schließlich kennen sie die Mitarbeiter schon lange. Darum spielen sie auch gerne mal ihnen. Zum Beispiel Verstecken!

 
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