Black Lives matter : Rassismus ist immer da

Lyn und Hannes im Gespräch mit den Kina-Reportern Julian, Janne und Hannah. Die beiden Experten wollen nicht in der Zeitung zu erkennen sein, weil Menschen, die gegen Rassismus kämpfen, oft angefeindet und bedroht werden.
Lyn und Hannes im Gespräch mit den Kina-Reportern Julian, Janne und Hannah. Die beiden Experten wollen nicht in der Zeitung zu erkennen sein, weil Menschen, die gegen Rassismus kämpfen, oft angefeindet und bedroht werden.

Wie kann es sein, dass heute immer noch Menschen aufgrund von Herkunft, Religion oder Hautfarbe benachteiligt werden? Kina-Reporter fragen Experten.

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30. Oktober 2020, 16:44 Uhr

Steinbergkirche | „Woher kommst du?“, „Darf ich mal deine Haare anfassen?“ Das sind Fragen, die weiße Menschen selten hören. Für Schwarze und People of Colour (POC) sind sie leider Alltag. Lyn und Hannes arbeiten beim Regionalen Beratungsteam gegen Rechtsextremismus (RBT) in Flensburg. Sie erklären uns, was Alltagsrassismus ist.

Zunächst hat Julian Hannes drei Fragen gestellt. Das kurze Interview hört ihr hier:

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Was ist Rassismus?

Gerade durch die Bewegung Black Lives Matter in den USA wurden viele auf das Thema Rassismus aufmerksam. Rassismus ist, wenn Menschen aufgrund von Merkmalen wie Hautfarbe oder Religion benachteiligt  oder angegriffen werden. Dabei spielt die Geschichte der Gesellschaft eine entscheidende Rolle. Darum würde man Beleidigungen gegenüber Weißen nicht als Rassismus bezeichnen, da sie mit Blick auf die Geschichte nicht benachteiligt wurden.

Aber ab wann ist zum Beispiel die Frage: „Wo kommst du her?“  rassistisch? Hannes und Lyn sind der Meinung, dass es vor allem auf das Empfinden der Person ankommt, die betroffen ist. Auch ob der Fragende damit jemanden als „anders“ abstempeln möchte, spielt eine Rolle. Das Problem ist, dass fast jeder Mensch manchmal rassistisch denkt, was aber unbewusst passiert. Wenn zum Beispiel eine Gruppe armenischer Männer an einem vorbeikommt, treten viele in dieser Situation einen Schritt zur Seite. Dies lässt sich allerdings schwer ändern, da es einfach in den Köpfen der Menschen verankert ist. Alltagsrassismus hat viel mit veralteten Wörtern zu tun. Es ist wichtig darauf zu achten und sich damit zu beschäftigen, was man überhaupt für Begriffe und Floskeln benutzt.

Man kann das Problem des Rassismus auch mit Humor betrachten. Das hilft manchmal. Doch für betroffene Menschen ist Rassismus meistens gar nicht lustig.
Gunga
Man kann das Problem des Rassismus auch mit Humor betrachten. Das hilft manchmal. Doch für betroffene Menschen ist Rassismus meistens gar nicht lustig.
 

Dauerhaft ein Thema

Die beiden vom RBT finden, dass Black Lives Matter eine gute Bewegung ist, da diese von Schwarzen und POC, also den Betroffenen selber gestartet wurde und diese es so geschafft haben, dass man ihnen zuhört. Viele haben sich mit diesen Menschen solidarisiert, sodass das Problem Rassismus in die Öffentlichkeit gelangt ist. „Es ist wichtig, da eine Dauerhaftigkeit reinzubringen, sodass Rassismus auch dauerhaft ein Thema ist“, meint Hannes auch mit Blick auf Deutschland.

Nicht wegschauen!

In den USA wird hauptsächlich gegen Polizeigewalt gegenüber Schwarzen protestiert. Auch bei uns kommt es vor, dass Schwarze und People of Colour von Polizisten benachteiligt werden. Gerade weil in den letzten Jahren oft Chatverläufe von Polizisten veröffentlicht wurden, die sich rassistisch geäußert haben, ist Hannes der Meinung, dass man diese Vorfälle genauer untersuchen sollte. „Das zeigt ein strukturelles Problem in der Polizei und auch in der Bundeswehr“, meint Hannes. Denn schließlich ist ein Polizist  eine Person, die Gesetze durchsetzen soll und dadurch auch besondere Rechte wie zum Beispiel den Einsatz von Waffen hat.

Wenn man selbst Zeuge von Rassismus wird, hat man die Möglichkeit zu reagieren, indem man nicht wegschaut. Es ist wichtig darauf zu achten, was der Betroffene möchte. Als Einzelner kann man natürlich darauf achten, was man sagt und sein eigenes Verhalten reflektieren. Dennoch ist es wichtig, alle Menschen fair und gleich zu behandeln.
Falls man Beratung oder Hilfe zu diesem Thema benötigt, kann man auf die Internetseite des RBT gehen.

Joana hat dazu einen Buchtipp: „Sprich es an“

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