Schnelle Hirsche : Olympische Leistungen der Tiere

Sprinter-Könige: Beim Sprint über Stock und Stein ist der Rothirsch mit bis zu 67 Kilometer pro Stunde schneller... Foto: dpa
1 von 2
Sprinter-Könige: Beim Sprint über Stock und Stein ist der Rothirsch mit bis zu 67 Kilometer pro Stunde schneller... Foto: dpa

Die Sportwelt blickt auf London, wo sich seit Sprinter, Springer und andere Athleten bei den Olympischen Spielen messen. Aber auch die Tiere vor unserer Haustür sind zu geradezu olympiareifen Leistungen fähig.

Avatar_shz von
29. Juli 2012, 02:34 Uhr

London | Die Sprinter
Der jamaikanische Sprinter Usain Bolt, in London Top-Favorit für die Kurzstrecken, hält den 100-Meter-Weltrekord mit 9,58 Sekunden; das entspricht 37,548 Kilometer pro Stunde. Für Rothirsche, die nach Beobachtungen heimischer Jäger derzeit verstärkt aus dem Nachbarland Dänemark nach Schleswig-Holstein einwandern, kein Problem: Sie schaffen eine Laufgeschwindigkeit von 67 Stundenkilometern. Selbst die vierbeinigen Silber- und Bronze-Gewinner im Sprint - Feldhasen mit 65 und Wildschweine mit 55 Stundenkilometern - würden Bolt locker abhängen.
Die Hochspringer
Die nur sechs Millimeter lange und etwa zwölf Milligramm schwere Wiesenschaumzikade, ein heuschreckenähnliches Tierchen, kann laufen, fliegen - und bis zu 70 Zentimeter hoch springen. Sie übertrifft damit sogar den Floh, der lange Zeit als Superspringer unter den Insekten galt. Die Leistung der Zikade würde, auf einen durchschnittlich großen Menschen übertragen, dem Sprung auf einen 210 Meter hohen Wolkenkratzer entsprechen.
Bei den Olympischen Spielen wird bereits seit 100 Jahren nicht mehr aus dem Stand hoch gesprungen. Von 1900 bis 1912 jedoch war diese Disziplin olympisch - und die Leistungen der Menschen im Vergleich zur Wiesenschaumzikade geradezu kläglich: Der Weltrekord des US-Amerikaners Ray Ewry lag bei 1,65 Metern. Mit Anlauf über die Latte kommen die Olympioniken heute höher hinaus. Der Weltrekord des Kubaners Javier Sotomayor liegt hier bei bei 2,45 Metern.
Die Weitspringer
Mit dem Weitsprung verhält es sich ähnlich wie mit dem Hochsprung: Auch hier war die Ausübung aus dem Stand ohne Anlauf zwischen 1900 und 1912 Teil der olympischen Wettkämpfe. Der im Standhochsprung erfolgreiche Ray Ewry war hier ebenfalls führend, mit mehreren Siegen und einem Weltrekordsatz von 3,47 Metern. Das entsprach dem knapp 1,8-fachen seiner Körpergröße. Für den Springfrosch wäre so etwas bestenfalls eine Aufwärmübung. Er kann aus dem Stand zwei Meter weit springen, das ist das 33-fache seiner Körpergröße.
Heutzutage wird der olympische Weitsprung mit Anlauf praktiziert, der Weltrekord des US-Amerikaners Mike Powell liegt bei 8,95 Metern. Aber vom Vermögen des Springfrosches ist Powell im wahrsten Sinne des Wortes weit entfernt. Denn das 33-fache der eigenen Größe weit springen zu können - das wären beim menschlichen Athleten etwa 60 Meter oder mehr.
Die Schwimmer
Hier gehört der deutsche Weltrekordler Paul Biedermann zu den Aspiranten auf eine Medaille. Seine Weltrekordzeit für die 200 Meter Freistil liegt bei 1,42 Minuten. Könnte er das Tempo auf lange Distanz halten, wären das 8,45 Kilometer in der Stunde. Der Fischotter schafft das "mit Links": Er erreicht im Wasser eine Geschwindigkeit von bis zu 14 Stundenkilometern.
Die Gewichtheber
Auch der Gewichtheber Matthias Steiner gilt in London als einer von Deutschlands Hoffnungsträgern, nicht zuletzt wegen seines Olympiasieges von Peking 2008, wo er mit 461 Kilogramm (203 Kilo Reißen, 258 Kilo Stoßen) den Zweikampf gewann. Vergleicht man einen Superschwergewichtler wie Steiner mit einer Ameise, relativiert sich die menschliche Fähigkeit, das Doppelte und mehr des eigenen Körpergewichtes hochzuwuchten. Denn das ein bis fünf Milligramm leichte kleine Insekt schafft bis zum Fünfzigfachen des eigenen Gewichtes.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen