Coronakrise im Zoo : Nix los bei Panda & Co

Die Pandababys Pit und Paule bekommen normalerweise besonders viel Aufmerksamkeit vom Publikum. Nun spielen sie nur für sich.
Die Pandababys Pit und Paule bekommen normalerweise besonders viel Aufmerksamkeit vom Publikum. Nun spielen sie nur für sich.

Wegen des Coronavirus haben Tierparks geschlossen. Manche Tiere genießen die Zeit ohne Publikum, andere langweilen sich.

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14. April 2020, 12:41 Uhr

Berlin | Pit und Paule raufen. Paule packt Pit mit einem herzhaften Biss ins Fell und zerrt ihn von der Astgabel. Der kann sich gerade noch festhalten. Aber Paule macht kurzen Prozess: Mit einer lässigen Bewegung stupst er seinen Bruder vom Baumstamm. Als der rücklings auf dem Boden liegt, stürzt sich Paule auf ihn.

Es gab schon Tage, da standen die Leute Schlange, um so etwas zu sehen. Doch an diesem Tag ist nichts los im Pandahaus im Zoo Berlin.

So leer ist es sonst nie am Eingang zum Pandahaus.
Philipp Brandstädter/dpa
So leer ist es sonst nie am Eingang zum Pandahaus.
 

Dabei sind die beiden Pandababys Pit und Paule die Stars des Zoos. Die beiden sind sieben Monate alt. Dass die Zuschauer gerade fern bleiben, liegt aber nicht daran, dass sich niemand mehr für die Pandas interessiert. Der Zoo hat wegen des neuen Coronavirus bis auf weiteres geschlossen, genau wie die anderen Tierparks in Deutschland.

Neue Lieblingsplätze

In diesen ungewöhnlichen Tagen sieht es im Zoo so aus, wie es sonst früh morgens oder spät abends aussieht: Vom Personal abgesehen ist kein Mensch auf dem Gelände. Die meisten Tiere bekommen das mit.

Und auch der Tiger scheint sich zu fragen: Wo sind denn all die Leute hin?
PHilipp Brandstädter/dpa
Der Tiger scheint sich zu fragen: Wo sind denn all die Leute hin?

„Manche von ihnen verhalten sich tatsächlich anders als sonst“, erklärt Zoo-Sprecherin Philine Hachmeister. „Sie entdecken neue Lieblingsplätze in ihrem Gehege. Oder sie widmen sich nun besonders aufmerksam ihren Mitbewohnern, wie wir es zum Beispiel bei den Vögeln beobachten können.“

Die Pandakinder Pit und Paule gehören nicht dazu. Sie sind viel zu sehr mit Spielen oder Dösen beschäftigt. Ob Besucher oder nicht – die Kleinen lassen sich von den Menschen nicht allzu sehr stören.

Kalle popelt in der Nase und vermisst vor allem Schuhe

Schimpanse Kalle lockt sonst die Zuschauer näher an die Scheibe, um ihre Schuhe anzusehen. Das fehlt ihm jetzt.
Philipp Brandstädter/dpa
Schimpanse Kalle lockt sonst die Zuschauer näher an die Scheibe, um ihre Schuhe anzusehen. Das fehlt ihm jetzt.

Andere Tiere scheinen ihr Publikum richtig zu vermissen, zum Beispiel im Affenhaus. Dort sitzt Schimpanse Kalle vor der großen Scheibe. Er hat seine Arme auf den Knien abgelegt und popelt verträumt in der Nase. „Kalle interessiert sich besonders für Schuhe“, sagt Pfleger Ruben Gralki. „Er lockt die Leute oft näher an die Scheibe heran, um sich die Schuhe der Besucher besser anschauen zu können.“ Gerade hat er nur noch wenig zu gucken.

Schafe und Ziegen im Streichelzoo sind ganz verwirrt

Auch im Streichelzoo fehlen die Besucher.  Die Schafe und Ziegen sind ganz verwirrt. Warum streckt ihnen keiner mehr ein paar frische Büschel Gras entgegen? Warum laufen keine Kinder über das Gelände, um sie zu streicheln?

Auch dort sind jetzt umso mehr die Pflegerinnen und Pfleger gefragt. Von ihnen bekommen die Tiere ein paar Streicheleinheiten und etwas Futter extra. „Wir nehmen uns jetzt ein bisschen mehr Zeit für die Tiere“, sagt Ruben Gralki. Ziegen, Affen und Pandas sind also gut versorgt. Trotzdem hoffen die Angestellten im Zoo natürlich, dass die Leute bald wieder zu Besuch kommen dürfen.

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