Fridays for Future : Mit Greta in Berlin

James und Luna sind aus Schleswig-Holstein nach Berlin gereist, um mit Greta und vielen weiteren Klima-Aktivisten aus ganz Europa zu demonstrieren.

James und Luna sind aus Schleswig-Holstein nach Berlin gereist, um mit Greta und vielen weiteren Klima-Aktivisten aus ganz Europa zu demonstrieren.

Am Freitag demonstrierten 25 000 Menschen in der Hauptstadt fürs Klima. Drei Schleswig-Holsteiner gehörten zum Orga-Team.

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31. März 2019, 20:01 Uhr

James (großes Foto, links) kommt aus Brunsbüttel und er ist immer dabei, wenn’s ums Klima geht – erst Recht, wenn Greta nach Berlin kommt. Der 23-Jährige sieht etwas anders aus, als die anderen jungen Leute bei Fridays for future (FFF), aber „der Hut ist mein Markenzeichen“, sagt er.

James ist Teil der kleinsten Ortsgruppe von Fridays for future in ganz Deutschland, von denen es mittlerweile über 200 gibt. Die Brunsbütteler Gruppe besteht nur aus ihm und seinem kleinen Bruder. Ihr wichtigstes Ziel ist, dass die Klimaerwärmung nicht 1,5 Grad überschreitet, denn Brunsbüttel liegt am Meer und James hat Angst, dass seine Heimat untergeht, wenn nicht bald etwas gegen die Erderwärmung getan wird.

 

In Berlin möchte er helfen, dass Greta Thunberg bei der Demo nicht so bedrängt wird wie neulich in Hamburg. Das Organisationstreffen am Donnerstagabend verpasste er. „Ich hatte noch bis 15.30 Uhr Schule und ich verpasse ja schon den gesamten Freitag“, sagt James. Freitag früh soll er dann am Ende des Demonstrationszuges helfen. Kein Problem, schließlich geht es ihm um die Sache und bei der Abschlusskundgebung treffen sich ja wieder alle im Bühnenbereich vor dem Brandenburger Tor. Dort feiern sie gemeinsam den Auftritt von Greta und die Ansage, dass an diesem Tag so viele Teilnehmer zur Demo gekommen sind wie noch nie an einem Freitag: 25 000!

Luna (großes Foto, rechts) hat in Flensburg die FFF-Ortsgruppe aufgebaut und hier bereits zwei Freitagsdemos mitorganisiert. In Berlin ist sie das erste Mal dabei, so wie wie James. Als Ordnerin im Bühnenbereich achtet sie mit auf einen reibungslosen Ablauf, gibt ein Interview für das spanische Fernsehen und hält über Walkie-Talkie Kontakt zu den anderen Ordnern.

Außerdem knüpft Luna Kontakte zu anderen Aktivisten. Viele kennt sie schon aus den stundenlangen Telefonkonferenzen, in denen über die grundsätzlichen Forderungen von Fridays for future diskutiert wird. Wichtigstes Ziel an diesem Freitag war, den Aktivisten, dass die im Mai anstehende Europawahl zu einer Klimawahl werden muss. Nur Parteien, die sich wirklich für erneuerbare Energien und den Klimaschutz einsetzen und sollten ihrer Meinung nach bei der Wahl überhaupt eine Chance haben.

Luna findet es großartig, in Berlin zu spüren, dass wirklich die gesamte europäische Jugend in Bewegung kommt, um den Politikern Druck zu machen. „Die sollen endlich anfangen, auf die Wissenschaftler zu hören, denn die sagen, es ist höchste Zeit, ganz auf erneuerbare Energien umzusteigen. Das ist was wir wollen!“, sagt Luna.

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Anna Korehnke
 

Jakob (kleines Foto, mit Greta) aus Kiel hat am Freitag am meisten zu tun: Ansagen auf der Bühne, Interviews dahinter, Ordner einteilen, Insta-Stories für seine mittlerweile über 3000 Follower posten, den Zeitplan im Auge behalten und all die europäischen Gäste nicht durcheinander bringen. Bei dem Marsch zum Brandenburger Tor ist er dann da, wo viele gern gewesen wären, direkt an der Seite von Greta Thunberg. Die 16-jährige Schwedin läuft mit Jakob und allen anderen hinter dem Banner mit der Aufschrift „Our house is on fire“ (Unser Haus brennt) – ein Zitat von Greta aus ihrer berühmt gewordenen Rede in Davos.

Die Anwohner in den Straßen applaudieren den Jugendlichen und halten sogar Schilder hoch. „Ihr seid super!“, ist da zu lesen. Die FFF-Bewegung erhält immer mehr Unterstützung, auch von Wissenschaftlern, Eltern, Politikern und Promis.

Gemeinsam mit Greta und allen anderen schreit Jakob sich beim Marsch durch Berlins Zentrum die Seele aus dem Leib. Am Samstagabend hat Jakob seine Stimme wieder und darf Greta den Ehrenpreis für Klimaschutz bei der goldenen Kamera überreichen. Greta widmet diesen Preis allen Klimaschützern, die den Hambacher Forst verteidigen. Sie bittet in ihrer Rede alle anwesenden Prominenten ihren Einfluss auf die Menschen für die Rettung unserer Zukunft zu nutzen und den Ernst der Lage zu begreifen.
 

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