Leute : Mit der Gitarre unterwegs

Clueso heißt eigentlich Thomas Hübner.
Clueso heißt eigentlich Thomas Hübner.

Clueso hat seine neuen Songs auf Reisen geschrieben

shz.de von
08. September 2018, 01:53 Uhr

Der Musiker Clueso, der eigentlich Thomas Hübner heißt, ist selten zu Hause in Erfurt. Mal tourt er, mal besucht er privat andere Länder. Von daher lag es für den 38-Jährigen nah, sich mit seiner CD „Handgepäck“ dem Unterwegssein zu widmen. Alle Lieder entstanden während seiner Reisen und sind oft nur mit einer akustischen Gitarre unterlegt.

Reist du am liebsten nur mit Handgepäck?
Ja. Ich bin immer derjenige, der am wenigsten mitnimmt. Am Strand hat man doch meistens dieselben Klamotten an. Wenn man darüber hinaus noch ein Outfit für Eventualität einpackt, reicht das.

Stehst du auf Strandurlaub?
Am Meer bin ich am liebsten dort, wo es kaum Touristen gibt. Zum Beispiel in El Cotillo auf Fuerteventura. Ich hüpfe zwar gern mal ins Wasser, kann aber nicht ewig am Strand liegen. Mir ist es wichtig, ein Land richtig zu entdecken.

Welches Land ist dir besonders in Erinnerung geblieben?
Die Ukraine. Als ich in Kiew war, hat mich die Stadt an meine Kindheit in der DDR erinnert. Die Gebäude sahen zugleich futuristisch und abgeranzt aus. Die Menschen waren total nett.

Du warst neun, als die Mauer fiel. Wie sehr hast du es genossen, danach frei reisen zu können?
Wenn ich als Junge von Erfurt bis nach Gotha kam, war das für mich schon eine große Sache. Nach der Grenzöffnung konnte sich meine Familie anfangs keine Flugreisen leisten. Umso mehr habe ich mich über unseren ersten Frankreichurlaub gefreut. Eine andere Sprache, ein anderes Lebensgefühl – das war toll!

Inzwischen bist du ganz viel gereist. Bestimmt hast du manchmal merkwürdige Dinge erlebt.
Ich habe eine Ayurveda-Kur in Sri Lanka in den Bergen gemacht, wo es kaum Tourismus gab. Weil ich blondierte Haare hatte, war ich für die Einheimischen die Attraktion. Teilweise hielten die Busse an, und die Leute haben mir gewunken. Sogar in Dubai kam ich in Viertel, in denen ich der einzige Weiße war. Da hatte ich zwar keine Angst, weiß aber seither, wie sich Menschen mit einer anderen Hautfarbe hier in Deutschland fühlen müssen.

Clueso live: Mittwoch, 28. November, 20 Uhr, Hamburg, Große Freiheit.


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