Sport/Reisen : Mit der Eisenbahn durch Russland

Die Transsibirische Eisenbahn fährt auch an dem Baikalsee entlang.
Die Transsibirische Eisenbahn fährt auch an dem Baikalsee entlang.

Das WM-Land ist riesig. Das werden auch die deutschen Nationalspieler merken, wenn sie von Stadion zu Stadion reisen.

shz.de von
19. Juni 2018, 01:19 Uhr

Was für eine laaaange Strecke: Mehr als 9000 Kilometer sind es von Moskau bis nach Wladiwostok. Beide Städte liegen in Russland. Die Strecke führt fast einmal quer durch das riesige Land!

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Die 9000 Kilometer sind in der ganzen Welt bekannt. Denn auf dieser Strecke fährt die Transsibirische Eisenbahn. Abgekürzt wird der Name mit Transsib. Für den gesamten Weg braucht der Zug knapp eine Woche. Man kann auch weiter bis nach China fahren oder einen Abstecher durch das Land Mongolei machen. Viele Touristen fahren mit der Transsib. Sie schauen sich die Landschaft an oder steigen in den Städten aus, die an der Strecke liegen.

Claudia Thaler/dpa
 

Andrej Petruschkow ist einer der Lokführer, die die Transsib fahren. Vor der Abfahrt in Moskau kontrolliert er die Lok. „ Lokführer zu sein ist nicht nur ein Abenteuer, es ist vor allem viel Verantwortung“, sagt der 28-Jährige. Genau schaut er sich die Technik an. „Funktioniert alles? Ist alles am rechten Platz?“, fragt er und testet die Schalter einmal durch. Die Warnlämpchen am Schaltpult funktionieren ohne Probleme, alles läuft nach Plan. Es kann losgehen!

Hunderte Menschen fahren jeden Tag in Moskau mit der Transsib los, einige sogar bis zur Endstation. Wenn Andrej Petruschkow fährt, ist er für den ersten Teil der Strecke verantwortlich: die 200 Kilometer bis in die Stadt Wladimir. Dann übernehmen seine Kollegen. „Ich würde auch gerne einmal weiter fahren – nach Sibirien oder zum Baikalsee - der ist wunderschön“, sagt Andrej Petruschkow.

Doch der Mann hat in Moskau viel zu tun: Er bildet neue Lokführer aus. „Viele wollen diese Arbeit machen, für viele ist es ein Traum aus der Kindheit, der endlich wahr wird“, sagt er.

dpa
 

In manchen der Städte, durch die die Transsib fährt, stehen sogar die Fußball-Stadien, in denen bei der Weltmeisterschaft die Spiele stattfinden: In Moskau, Nischni Nowgorod und Jekatarinenburg.

Aber die Arbeit als Lokführer ist oft hart: Der Zug fährt Tag und Nacht durch die Weiten Russlands. „Im Winter ist es sehr gefährlich, in Sibirien ist es bitterkalt, und es schneit die ganze Zeit“, sagt Andrej Petruschkow. „Das ist schwere Arbeit, nichts für Weicheier!“ Stundenlang sieht ein Lokführer bei Schnee manchmal nichts anderes als eine weiße Fläche.

Claudia Thaler/dpa
 

Manche Kollegen von Andrej Petruschkow bekommen nach Jahren Probleme mit den Augen, und es wird schwer, sich zu konzentrieren. Warum ist es trotzdem ein Traumjob? „Ich kann  reisen und fühle mich frei. Es gibt keine schönere Arbeit für mich“, sagt der Lokführer.

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