Wissen : Mein Museum

Was Kevin den Menschen der Zukunft aus seiner Welt zeigen möchte: Kopfhörer. Die Einmachgläser und Fotos der Schüler gibt es im Museum zu sehen.

Was Kevin den Menschen der Zukunft aus seiner Welt zeigen möchte: Kopfhörer. Die Einmachgläser und Fotos der Schüler gibt es im Museum zu sehen.

Die Vergangenheit ist bunt. Das haben Schüler aus Tarp entdeckt – und selbst Geschichte geschrieben.

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27. Juni 2019, 17:49 Uhr

Unewatt | „Ist es in der Vergangenheit immer schwarz-weiß?“ Diese Frage stellten Schüler der Alexander-Behm-Schule in Tarp – denn auf alten Fotos ist ja auch immer alles schwarz-weiß.

Während der letzten neun Monate gingen sie der Frage im Landschaftsmuseum Unewatt im Kreis Schleswig-Flensburg auf den Grund. Sie versuchten unter anderem, der Vergangenheit ihre Farbe zurückzugeben. Als Ergebnis ihrer wöchentlichen Besuche im Museum präsentierten die 44 stolzen Sechstklässler am Mittwoch ihre eigene Ausstellung. Bei dem Projekt mit dem Namen „Mein Museum“ beschäftigten sich die Kinder vor allem damit, was ein Museum überhaupt macht.

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Javier Christiansen

Die eigene Geschichte im Museum Unewatt

Zu Beginn des Projekts brachte jedes Kind einen Gegenstand mit, den es mit der Idee eines Museums verbindet. Diese Gegenstände wurden in Einmachgläsern verpackt. Denn: „Museum ist wie ein großes Einmachglas“, sagt die Unewatt-Mitarbeiterin Karen Precht. Das heißt, dass darin Dinge aufbewahrt und lebendig gehalten werden.

Die Gegenstände der Schüler sollten zum Nachdenken anregen und dabei helfen zu verstehen, was zu ihrem Leben gehört. Nun sind sie in der Ausstellung in Unewatt zu sehen.

Es findet sich dabei alles Mögliche: Kinderspielzeug, das für die Schüler selber schon Geschichte ist, alte Handys und Uhren, aber auch Alltagsgegenstände. „Ich habe Kopfhörer mitgebracht, damit die Menschen in 1000 Jahren sehen, wie wir heute leben“, erzählt Kevin.

Bilder werden lebendig

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Javier Christiansen
 

Die Schüler arbeiteten auch mit alten schwarz-weißen Bildern aus Unewatt. Mit Sprechblasen und Texten versuchten sie, diese zum Leben zu erwecken. Was könnten die Menschen hier früher gedacht oder gefühlt haben? Die Bilder zeigen ganz unterschiedliche Aspekte des Alltags in der Vergangenheit: von Hausarbeit über Getreideernte bis hin zum Schmiedehandwerk.

Vor neun Monaten fingen die Sechstklässler an, mit dem Landschaftsmuseum zu arbeiten. Viele von ihnen seien zum ersten Mal in so einem Museum gewesen, sagt die betreuende Lehrerin Kerstin Sommerfeld.

Heute sprechen viele Schüler begeistert über das Projekt. „Es hat mir gut gefallen, ich würde jetzt auf jeden Fall öfter ins Museum gehen“, erzählt Malte.

 
Javier Christiansen
 
 

Mia (Foto) war schon häufiger in Museen, freut sich aber umso mehr: „Ich bin sprachlos von den ganzen Sachen“, betont sie. Sie ist erstaunt, dass diese nach all den Jahren nicht morsch sind – und auch nicht schwarz-weiß, sondern bunt. Sie fand es spannend, was vor hunderten Jahren in Unewatt war. Auch Mia will auf jeden Fall wieder ins Museum gehen.

> Die Ausstellung „Mein Museum“ ist nun dienstags bis sonntags im Landschaftsmuseum Angeln/Unewatt zu besichtigen. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist der Eintritt für das Museum frei. Infos: www.museum-unewatt.de.
 

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