Tierische Fracht : Kommt ein Heuler geflogen

Der Heuler wird mit dem Flieger an Land gebracht. Dort kümmern sich Fachleute um das Tier.
Der Heuler wird mit dem Flieger an Land gebracht. Dort kümmern sich Fachleute um das Tier.

Im Flugzeug übers Wattenmeer: Hin und her geht es für die „Inselflieger“ an der ostfriesischen Nordseeküste. Manchmal haben sie auch Seehundbabys an Bord.

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17. März 2021, 15:55 Uhr

Ein Sprung übers Watt, mehr ist es nicht. Auch wenn die Flugzeit kaum fünf Minuten beträgt, ist jeder Flug vom Festland zur Insel und wieder zurück ein Abenteuer. Das Klima an der deutschen Nordseeküste ist rau. Der Wind weht oft heftig. Manchmal zieht sogar plötzlich Nebel auf.

Hans-Jürgen Baldeus fliegt am liebsten bei Niedrigwasser mit den „Inselfliegern“. Bei guter Sicht kann man dann Seehunde auf einer Sandbank sehen. „Inselflieger“ ist der Name einer ostfriesischen Fluggesellschaft. Hans-Jürgen Baldeus ist einer der Chefs. Er sorgt dafür, dass bei den Flügen zwischen der Küste und den Inseln Juist, Norderney und Wangerooge alles klappt. Er will, dass die Fluggäste zufrieden sind.

Der Pilot Carsten Zander fliegt mit der Robbe in der Box. Fotos: Die Inselflieger/dpa
Der Pilot Carsten Zander fliegt mit der Robbe in der Box. Fotos: Die Inselflieger/dpa
 

Meist sind es Urlauber, die schnell am Ferienort ankommen möchten und dafür den Flieger nutzen. Die Fährschiffe können nur fahren, wenn die Flut kommt. Dann ist genügend Wasser in der Fahrrinne. Die Abflugzeiten aber stehen in der Regel fest.

Zwischen Start und Landung vergehen nur wenige Minuten. Rund 30 000 Mal im Jahr heben die kleinen Maschinen ab und kommen auf der Piste wieder auf. Die Piloten und Pilotinnen der „Inselflieger“ hätten ihr Hobby zum Beruf gemacht, sagt Hans-Jürgen Baldeus. „Viele kommen aus der großen Fliegerei, für andere ist es eine Art Sprungbrett.“ In jedem Fall haben sie direkten Kontakt zu ihren Fluggästen.

Die Britten-Norman Islander ist ein robustes Flugzeug.
Privat/dpa
Die Britten-Norman Islander ist ein robustes Flugzeug.
 

Das gilt auch für die tierischen Mitflieger, die es immer wieder gibt. Im Sommer sind es Heuler und im Winter Kegelrobben-Junge, die mutterlos auf einer der Inseln gestrandet sind. Sie müssen schnell zur Seehund-Aufzuchtstation gebracht werden. Sicher in einer Plastikbox untergebracht sind die Tiere unauffällige Gäste. „Nur manchmal riecht's ein bisschen unangenehm“, sagt Hans-Jürgen Baldeus.

Die Jungtiere brauchen rasch Hilfe. Sie seien hungrig und ausgetrocknet, erklärt Peter Lienau. Er leitet die Seehundstation Norddeich. Dort wird den Tieren dann Flüssigkeit zugeführt, damit sie sich rasch erholen.

Aus dem Flugzeug hat man bei klarem Wetter eine tolle Sicht.
Die Inselflieger/dpa
Aus dem Flugzeug hat man bei klarem Wetter eine tolle Sicht.
 

Die Ziele der „Inselflieger“ sind vor allem die Inseln Juist, Norderney, Wangerooge und die Hochseeinsel Helgoland. Andere Flugunternehmen fliegen andere Strecken. Zum Beispiel geht es mit Baltrum Flug zur kleinen Insel Baltrum oder mit dem Ostfriesischen Flug-Dienst zur großen Insel Borkum. Im Notfall allerdings arbeiten alle miteinander. Wenn wie in diesem Winter die Fahrrinne zufriert und keine Fährschiffe fahren können, gilt der Eisnotdienst. Dann müssen etwa Lebensmittel vom Festland auf die Inseln geflogen werden.

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