Sportmedizin : Knack – dann war's vorbei

Torwart Leon Bätges wird von dem Arzt Oliver Neun behandelt.
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Torwart Leon Bätges wird von dem Arzt Oliver Neun behandelt.

Wenn Fußballprofis verletzt sind, versuchen Ärzte alles, um sie wieder fit zu machen.

shz.de von
22. Mai 2018, 01:39 Uhr

„Tut das hier weh?“, fragt Doktor Oliver Neun. Vorsichtig dreht er Leon Bätges Fuß hin und her. „Nein“, meint der Spieler, „alles in Ordnung“. Der Arzt nickt zufrieden. „Sieht gut aus. Haben Sie im Training Beschwerden?“ Leon Bätge verneint. Er ist einer der Ersatz-Torhüter beim Bundesliga-Verein Eintracht Frankfurt.

Am Wochenende feierte er mit seiner Mannschaft den Sieg im DFB-Pokal. Mitgespielt hat er allerdings nicht. Zuletzt hatte er häufiger Pech mit Verletzungen. Zweimal hat sich Leon Bätge schon am Fuß verletzt.

Doktor Neun half dem Fußballer, wieder gesund zu werden. Leon Bätge kann sich vorstellen, wie sich Manuel Neuer fühlt. Der Torwart der deutschen Nationalmannschaft konnte wegen einer Verletzung am Fuß monatelang nicht trainieren. Am 14. Juni beginnt die WM in Russland. Ob Manuel Neuer bis dahin wieder fit ist, weiß im Moment niemand. Das gilt auch für den Abwehrspieler Jérôme Boateng. Er hatte sich erst vor Kurzem bei einem Spiel verletzt.

Doktor Neun sagt trotzdem: „Obwohl sie so oft spielen, verletzen sich Profis recht selten.“ Sie trainieren ihre Muskeln. So können sie sich bei einem Sturz besser abfangen. Doch auch Profis können natürlich umknicken. So wie Leon Bätge.

Der 20-Jährige verletzte sich bei einem Sprung zur Seite. „Ich bin mit dem äußeren Fuß weggerutscht“, erzählt er. „Es hat geknackt, dann war's vorbei.“ Danach musste er sechs Wochen lang eine  Stütze tragen, die wie eine Art Ski-Stiefel aussieht.

Anfangs trainierte der Torwart seinen Oberkörper und fuhr Fahrrad. Jeden Tag von 9 bis 17 Uhr. „Ich war nicht mehr bei der Mannschaft“, sagt Leon Bätge. „Das wirft schon den Tagesablauf durcheinander.“

Tim Meyer kennt sich mit Sportverletzungen aus. Er ist der Arzt der deutschen Nationalmannschaft. Zu ihm kommt auch Manuel Neuer manchmal. „Sportlerwunden heilen nicht schneller“, meint Doktor Meyer. Aber ein Profi kann stundenlang etwas für seine Heilung tun. Andere müssen trotz Verletzung zur Schule oder arbeiten gehen. „Unsere Spieler müssen nicht auf einen Termin warten“, sagt der Arzt.

Leon Bätge trainiert inzwischen wieder ganz normal. Er hat auch keine Angst mehr, sich zu verletzen. „Am Anfang ist man sehr verunsichert“, sagt er. „Deshalb trainieren wir erst zwei Wochen alleine. Erst dann dürfen wir zur Mannschaft zurück.“ Ob auch Manuel Neuer und Jérôme Boateng bald wieder spielen können? Die deutschen Fußball-Fans hoffen es sehr!

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