Mark Forster : Was ist unter der Cap?

Selfie!
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Er ist der Typ mit den vielen Mützen. Kina-Reporterin Nike wollte wissen, warum Mark Forster sie immer trägt – und noch viel mehr.

Kina-Reporterin Nike von
15. Juli 2019, 15:44 Uhr

Husum | Konfettikanonen explodieren, künstlicher Nebel erstreckt sich über das Publikum und mittendrin performt Mark Forster sein neues Album „Liebe“. Der 35-jährige Musiker hat am Wochenende in Husum ein Open-Air-Konzert vor 10.000 Zuschauern gegeben. Kurz davor saß der Mann mit der Cap in roter Jogginghose noch neben mir auf dem Sofa und hat meine Fragen beantwortet.

Konfettikanonen und künstlicher Nebel: Das Konzert in Husum geht ab wie ein Feuerwerk.
Mumm
Konfettikanonen und künstlicher Nebel: Das Konzert in Husum geht ab wie ein Feuerwerk.
 

Ich bin Nike – und ich bin richtig aufgeregt, dass ich dich jetzt interviewen darf! Bist du eigentlich aufgeregt, bevor du auf die Bühne gehst?
Ja, ein bisschen. Ich bin nie ein super nervöser Typ gewesen, aber ich habe immer so ein leichtes angespanntes Kribbeln schon den ganzen Tag.

 

Und was machst du direkt bevor du auf die Bühne gehst?
Da gehe ich pinkeln… Das ist meine letzte Aktion, bevor ich auf die Bühne gehe.

Wenn man dich im Fernsehen sieht, kommst du immer richtig gechillt und entspannt rüber…
Ja, weil ich pinkeln war!

Warst du denn früher auch immer so tiefenentspannt, sodass dich nicht einmal die Schule zum Verzweifeln gebracht hat?
Ich glaube, ich habe meine Lehrer manchmal ein bisschen zum Verzweifeln gebracht, aber ich selber war nicht verzweifelt. Ich war kein „Superstreber“ in der Schule, sondern eher das Gegenteil. Klassenclown trifft es glaube ich ganz gut. Der, der sich cool fühlt, aber es eigentlich gar nicht ist.

Dann beschreib doch bitte mal deine Schulzeit in drei Worten.
Drei Worte…das ist schwer: Laugenstange, 5-Minuten-Terrine und Mathenachhilfe.

Mark Forster ist entspannt - und Nike hat noch eine Menge Fragen.
Mumm
Mark Forster ist entspannt - und Nike hat noch eine Menge Fragen.
 

Viele meiner Mitschüler verbringen ihre Freizeit nur noch am Handy oder mit Computerspielen. Wie hast du denn in meinem Alter deine Freizeit gestaltet?
Ich komme ja aus einem ganz kleinen Dorf und bin manchmal einfach so Fahrrad gefahren – von morgens bis abends, meistens allein, aber auch mal mit Kumpels. Ich habe Fußball gespielt und viel Musik gemacht. Und mit Computerspielen ging es dann auch los. Bei uns in Kaiserslautern gab es ein Theater. Da habe ich als Statist in irgendwelchen Opern viele Könige auf Sänften herumgetragen. Von dem Geld habe ich mir dann einen Computer gekauft.

Und hast du heute als einer der bekanntesten Musiker Deutschlands überhaupt noch Zeit für Hobbys?
Früher habe ich Musik immer nach der Arbeit oder nach der Uni gemacht. Das war mein Hobby, das so schleichend zu meinem Beruf wurde. Und dann zu checken, dass ich jetzt ein neues Hobby brauche, ist gar nicht so einfach. In der Phase bin ich gerade. Oft fahre ich weg und gehe wandern oder mache kleine Reisen. Ich gehe auch gerne tauchen.

Ich habe gehört, dass du seit 2013 Herzenssache-Botschafter bist. Was genau ist das?
Das ist eine Organisation, die Geld für Einrichtungen sammelt. Ich hatte die Möglichkeit, das ein bisschen auf Kaiserslautern zu lenken, weil es eine vergessene Gegend in Deutschland ist. Da wird eine Einrichtung unterstützt, in der verhaltensauffällige Jugendliche betreut Kunst machen können. Das ist einer der Vorteile, wenn man ein bekannter Musiker ist: Meine Bekanntheit kann ich dafür nutzen, ein bisschen Licht auf die Sache zu lenken.

Wie findest du denn die Fridays-For-Future Bewegung?
Finde ich super und total wichtig! Vor allem, weil es zeigt, dass da viel Vernünftiges und viel Schlaues nachwächst und die Kinder, obwohl sie nach der Schule nur am Handy hängen, sich trotzdem Gedanken machen über die Welt und das Leben. Das gibt mir wahnsinnig viel Hoffnung für die Zukunft.

Wie wichtig findest du denn persönlich den Klimaschutz?
Man kann, glaube ich, als Mensch, der wach durch die Welt läuft, nicht einfach Müll irgendwo hinschmeißen. Ich hole nicht mehr jeden Tag einen Coffee-To-Go Becher, und ich denke ein paar Mal mehr darüber nach, ob ich fliege oder doch lieber mit der Bahn fahre. Ich merke, dass Klimaschutz zu mir durchdringt und dass ich in meinem Alltag darüber nachdenke.

Nervt es dich eigentlich, immer auf deine Cap angesprochen zu werden?
Nö. Aber ich würde eher fragen: „Was ist denn unter deiner Cap“?

Was antwortest du dann darauf?
Irgendwas Witziges. Die Wahrheit ist: Meine Haare werden immer grauer und dünner werden. Wenn ich die Cap aufsetze, habe ich ein Problem weniger. Mittlerweile gehört aber auch dazu, dass viele ja wissen, wie ich aussehe. Wenn ich dann eine andere Brille aufsetze und die Cap absetze, kann ich einfach ohne erkannt zu werden rumlaufen.

Noch ein Selfie? Klar!
Victoria Lippmann
Noch ein Selfie? Klar!
 

Ich hätte das Gespräch stundenlang weiterführen können. Mark Forster wirkt nicht nur in vielen Sendungen wie The VOICE sehr lustig, er ist es auch. Innerhalb kürzester Zeit hat er es geschafft, mir meine Nervosität zu nehmen. In ähnlich kurzer Zeit schaffte er es danach, trotz stundenlangen Regens, sein Publikum mit seiner mitreißenden Persönlichkeit sofort in den Bann zu ziehen. Bei so viel guter Laune und Power auf der Bühne musste sich selbst das schlechte Wetter geschlagen geben. Mit einem atemberaubenden Feuerwerk und „Au Revoir“ verabschiedete sich Mark Forster mit Band von der Bühne und in mir hallt immer noch die Frage von Mark Forster nach: Husum, geht’s euch gu..hut? Mit der Antwort des Publikums: Ja…ha!
 

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