Politiker im Interview : Ministerin auf Sommerreise

Elisa und Julian interviewen Karin Prien auch vor der Kamera.
Elisa und Julian interviewen Karin Prien auch vor der Kamera.

Die Kina-Reporter Elisa (14) und Julian (12) treffen die Politikerin Karin Prien auf dem Scheersberg.

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25. Juli 2019, 22:22 Uhr

Steinbergkirche | Karin Prien startet zum Auftakt ihrer Sommerreise auf dem Scheersberg. Die Internationale Bildungsstätte Jugendhof Scheersberg ist ein Zentrum für kulturelle, soziale und politische Jugendbildung. „Es ist einfach wunderschön hier, eingebettet in die Landschaft, der Blick auf die Förde und nach Dänemark; es ist schon eine ganz besonders schöne Umgebung hier, in der man auch gut miteinander kreativ sein kann“, resümiert unsere Bildungsministerin ihre Eindrücke vom Blick des Bismarckturms.

 

Nachdem wir die 90 Stufen im Turm, der jährlich geschätzt 5000 Besucher anlockt, bestiegen haben, berichtet Jugendhof-Direktor Karsten Biermann einiges über die mehr als 100-jährige Geschichte des Turmes und des Scheersbergs. In dem Gespräch werden neben kulturellen auch technische Themen aufgegriffen, zum Beispiel das ständige Internetproblem, das dem Scheersberg zu schaffen macht – zum Beispiel bei Medienseminaren.

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Elisa Schröder

Youtube - ein Teil unserer Kultur

Ingo Mertins, Seminarleiter für Schauspiel und Film, berichtet von seinem Seminar, das von YouTuber Jonas Ems mitgestaltet wurde. Das zeigt, dass der Scheersberg YouTube als kulturellen Teil unserer Gesellschaft versteht. Nicht nur als Bildungspolitikerin, sondern auch als dreifache Mutter sagt auch Frau Prien, dass das Internet selbstverständlich Teil unserer Kultur sein sollte und meint beim Blick auf die Küste Dänemarks, das flächendeckend mit Internet versorgt ist, dass diese Unterversorgung „peinlich“ sei.

FSJ Kultur - viele positive Erfahrungen

Auf dem Weg in das Empfangsgebäude hören wir klassische Klaviermusik. Die Melodie kommt aus dem Festsaal. Dort proben die diesjährigen Absolventen des freiwilligen sozialen Jahres (kurz: FSJ) im Kulturbereich in ihrem Abschlussseminar ein Ballettstück ein. Im gemeinsamen Gespräch geben die Freiwilligen viele positive Rückmeldungen und berichten von Erlebnissen aus den vergangenen zwölf Monaten. Das FSJ im Kulturbereich bietet nach Aussage der Teilnehmer ein breit gefächertes Angebot. Es gibt ihnen die Chance, sich kreativ auszuleben, sich einzubringen, Verantwortung zu übernehmen, sich zu engagieren und ihren zukünftigen Berufen einen Schritt näher zu kommen. Die gelernte Juristin Prien hört aufmerksam zu, denn sie hat „eine Menge gemacht, aber nie ein freiwilliges soziales Jahr“.

Was sagen Sie zu Fridays for Future, Frau Ministerin?

Im Interview verrät sie uns, was ihre Meinung als Mensch, Mutter und Bildungsministerin zu den „Fridays for Future“ ist: „Ich finde es total wichtig, dass junge Menschen sich für ihre Interessen engagieren, dass sie dafür auch auf die Straße gehen, dass sie den Erwachsenen auch auf den Zeiger gehen. Ohne das erreicht man nichts, das habe ich in meiner Jugend auch so getan, insofern finde ich das gut. Trotzdem sage ich als Bildungsministerin natürlich immer auch, viele Probleme werden wir nur dann lösen, wenn wir weiter intensiv forschen und innovativ unterwegs sind. Denn ohne Bildung werden wir die großen Herausforderungen, die vor uns stehen, nicht lösen können. Insofern: Ja, engagiert euch, aber vernachlässigt auch die Bildung nicht.“ Danach steht für Frau Prien die hoffentlich gut klimatisierte Dienstlimousine bereit, um sie zu den nächsten Terminen an diesem Sommerreisetag zu bringen.

Sommerreise: Urlaub oder Arbeit?

Unser Fazit: Auch eine Bildungsministerin bildet sich ständig fort und erfährt Neues hautnah. Ob sie bei diesem vollen Terminkalender wohl die Zeit für ein Scheersberg-Seminar wie „Wie werde ich Youtube Star?“ findet, um mit Jonas Ems, Rezo und Co mithalten zu können? „Das buche ich dann mal“, sagt Karin Prien mit einem Augenzwinkern.

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