Tiere : Kühe mit Wuschel-Frisur

Urige Tiere mit wuscheliger Frisur und Hörnern – so sehen Bisons aus.  Fotos: Annika /Lise
Urige Tiere mit wuscheliger Frisur und Hörnern – so sehen Bisons aus. Fotos: Annika /Lise

Die Kina-Reporter haben auf dem Hof der Brüder Tim und Timo Nissen in Nordfriesland viel über Bisons erfahren.

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13. Oktober 2019, 18:52 Uhr

Medelby | Schweine grunzen, Hunde bellen und Bisons schnauben. So hört es sich auf dem Bison-Hof der Brüder Tim (27) und Timo Nissen (25) im Kreis Schleswig-Flensburg an. Die beiden haben sich vor über zwei Jahren die ersten Bisons in den Norden geholt. Ein Jahr später haben sie dann den Hof gekauft und angefangen, Bisons zu züchten.

Die Idee hat Tim aus Kanada mitgebracht. Dort hat er viel Bisonfleisch gegessen und wollte slche Tiere auch nach Schleswig-Holstein bringen, da es hier noch keinen Bisonzüchter gab.

Die Mutter von Tim und Timo, Marion (54), hat die Brüder von Beginn an unterstützt. Heute haben sie fast 30 Bisons, die aus ganz Deutschland mit dem LKW hertransportiert wurden. Diese sind auf vielen Weiden im Umfeld verteilt und stehen dort das ganze Jahr draußen.

Auf dem Hof der Nissens haben die Bisons eine große Wiese mit Reifen und Juckstamm, um nach dem Winter dort ihr Winterfell abzureiben. Die Brüder Nissen suchen nach verschiedenen Möglichkeiten, dieses Fell zu verarbeiten und haben bereits einen Bisonhaar-Teppich im Haus.

Die Bisons können in Temperaturen von minus 40 Grad bis plus 40 Grad leben. Da fühlen sie sich auch im schleswig-holsteinischen Herbst wohl.
Die Bisons können in Temperaturen von minus 40 Grad bis plus 40 Grad leben. Da fühlen sie sich auch im schleswig-holsteinischen Herbst wohl.
 

Einige ihrer Bisons stammen aus Kanada. Sie sind extremere Klimata gewohnt und kommen daher auch gut in Deutschland klar. Bianca (22), die Freundin von Tim, zeigt, wie man die zutraulichen Bisons füttert. Sie bekommen täglich frische Silage, Maiskolben, Heu und Heulage und haben auf der Wiese immer frisches Gras.

Nach drei bis vier Jahren werden die männlichen Bisons geschlachtet und zu Fleisch verarbeitet. Die Weibchen werden als Mutterkühe verwendet und daher nicht geschlachtet. Bei der Schlachtung wird darauf geachtet, dass das Tier keine Schmerzen hat und nicht gestresst wird. Tim und Timo wollen möglichst alles vom Bison verwenden, damit sie nichts wegwerfen müssen. „Das Fleisch schmeckt wild und hat einen leichten Rindgeschmack. Es schmeckt sehr besonders“, sagt Tim. Das Fleisch ist teuer, da es selten ist und nicht in Massen produziert wird. Ein Kilo Steak kann also auch mal 50 Euro kosten. Die Familie probiert gerne neue Rezepte aus. An Geburtstagen oder an Weihnachten gibt es dann auch mal einen Bisonbraten, der allen gut schmeckt.

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