Autorinnen-Interview : Klima-Heldinnen

Kinderbuch-Heldin Jella bringt andere Kinder dazu, sich für die Umwelt einzusetzen.
Kinderbuch-Heldin Jella bringt andere Kinder dazu, sich für die Umwelt einzusetzen.

Dagmar Hoßfeld erzählt Kina-Reporterin Lina (16), warum Mädchen in ihren Büchern Greta Thunberg ähnlich sind.

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31. Januar 2021, 13:54 Uhr

Kiel | Ein kleines Mädchen steht allein auf dem Platz vor dem Rathaus mit einem Schild in der Hand. Eigentlich hätte sie jetzt Schule, doch sie streikt für das Klima. Man könnte fast meinen, dass das Mädchen Greta Thunberg heißt, doch es ist Jella Blume.

Dagmar Hoßfeld, „Jella hat genug!“. Ab 10 Jahren. 288 Seiten. 12 Euro. Verlag: Carlsen.
Dagmar Hoßfeld, „Jella hat genug!“. Ab 10 Jahren. 288 Seiten. 12 Euro. Verlag: Carlsen.
 

Jella ist das kleine Mädchen aus der Geschichte „Jella hat genug“ von Dagmar Hoßfeld. „Greta Thunberg hat mich ganz klar inspiriert“, sagt die Autorin, die in der Nähe von Kappeln im Kreis Schleswig-Flensburg lebt. Jella ist genauso mutig wie Greta und setzt sich für das Klima ein, auch wenn sie noch so klein zu sein scheint.

Dagmar Hoßfeld arbeitet als Autorin immer im Homeoffice.
Carlsen Verlag
Dagmar Hoßfeld arbeitet als Autorin immer im Homeoffice.
 
Jeder kann schließlich etwas tun. Dagmar Hoßfeld
 

Auch sie war schon einmal auf einer Fridays-For-Future-Demonstration, bei der sie von den Kindern begeistert war. „Es geht zwar nicht mehr so viel um meine Zukunft, aber ich will gerne unterstützen, wo ich kann“, sagt Dagmar Hoßfeld. So kam sie dann auch auf die Idee die Geschichte von Jella aufzuschreiben, um noch mehr Kinder zu ermutigen, fürs Klima zu kämpfen. Kinder sollten nicht denken, dass sie allein sowieso nichts bewirken können.

Wichtiges Thema: Klimawandel bei Conni & Co

Schon lange bevor Fridays For Future Deutschland erreichte, war Dagmar Hoßfeld die Umwelt sehr wichtig, weshalb sie entschied, kein eigenes Auto zu besitzen und vegan zu leben. Schon kleine Schritte sind für die Umwelt sehr wichtig. Daher findet sie sie es auch sehr schade, dass durch Corona der Klimawandel ein bisschen in Hintergrund gerückt ist, doch weg ist es dadurch noch lange nicht. Auch in ihrem neuesten Conni-Buch greift Dagmar Hoßfeld das aktuelle Thema auf, obwohl es sehr schwierig für Autoren ist, aktuelle Themen einzubringen. Man weiß schließlich nicht genau, wie sie sich weiterentwickeln, denn wenn die Schriftstellerin ein Buch schreibt, wird es meist erst ein Jahr später veröffentlicht. So ist es auch mit ihrer Geschichte aus der Conni 15-Reihe, an der sie derzeitig gerade schreibt.

Jella ist ein typisch für die Kinder in Dagmar Hoßfelds Büchern: ein starkes Mädchen, das sich durch nichts und niemanden einschüchtern lässt.
Daniela Kohl
Jella ist ein typisch für die Kinder in Dagmar Hoßfelds Büchern: ein starkes Mädchen, das sich durch nichts und niemanden einschüchtern lässt.
 

Bücherschreiben ist für Dagmar Hoßfeld der schönste Beruf. Nach der Geburt ihres Sohnes wollte sie nicht mehr in ihren Beruf als Bauzeichnerin einsteigen und schrieb ihr erstes Buch „Pferdemädchen Mia“, welches ein großer Erfolg wurde. Daraufhin folgten viele weitere Kinder- und Jugendbücher.

Man kann das Schreiben nicht abstellen. Wenn ich gerade in einer Geschichte drin bin, kann ich nicht sagen, dass jetzt Feierabend ist. Dagmar Hoßfeld
 

Das ist auch einer der Gründe, warum sie den Beruf so gern mag. Sie kann sich ihre Arbeitszeiten vollkommen selbst einteilen und genießt die Freiheiten.

Auch in der Corona- Zeit hat sich ihr Arbeitsleben wenig verändert, denn „als Autorin ist man schließlich an das Homeoffice gewöhnt“. Dennoch fehlt ihr das Verreisen und das spontane Treffen mit Freunden sehr. „Ich glaube, das erste, was ich nach Corona machen würde, ist zu verreisen oder wenigstens eine Reise zu buchen“, erzählt sie. Doch sie sieht auch, dass Corona den positiven Nebeneffekt erzielt hat, dass die Umwelt sich etwas erholen kann, auch wenn es ihrer Meinung nach nach Corona alles wieder in die alten Bahnen fallen wird.

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