Erleben : Kina auf Kurs

Julian hilft Karin und Atze dabei, die Segel aufzutuchen, also zusammenzulegen.  Fotos: Cheyenne
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Julian hilft Karin und Atze dabei, die Segel aufzutuchen, also zusammenzulegen. Fotos: Cheyenne

Segeln mit Tradition: Für die letzte Recherchetour stechen die jungen Reporter in See.

shz.de von
06. Oktober 2018, 09:37 Uhr

Leise tuckert der Motor. Erst in der Wasserslebener Bucht werden die Segel gehisst. Allein dafür werden drei Menschen benötigt, weil das Segel so groß und schwer ist. Die Providentia ist ein Traditionssegler, ein früheres Arbeitsschiff, dem der Charme der Jahrhunderte noch anzumerken ist.

Das Segelschiff Providentia ist heute ein Projekt der Ostseeschule in Flensburg. 2012 hat sie den Finkenwerder Kutterewer übernommen. Fünf Jahre lang haben die Schüler mit Unterstützung von vielen ehrenamtlichen Helfern an der Restaurierung und einem neuen Innenausbau gearbeitet, so dass es nun bestens geeignet ist, mit bis zu 35 Gästen an Bord traditionelle Seemannschaft zu erleben.

"Früher wurde die Providentia zum Fischfang genutzt. Sie ist 122 Jahre alt und hat damit eine lange Geschichte", sagt Thomas Maciey. Er ist der Skipper, das ist ein anderes Wort für Kapitän.

Bootsbauerin Karin in den Masten.
Foto: Cheyenne
Bootsbauerin Karin in den Masten.
 

Obwohl das Schiff gut restauriert ist, ist sein Alter zu erkennen, denn alles ist aus Holz und sehr massiv. Erst wenn man in den Innenraum der Providentia geht, sieht man, dass das Schiff auch Neues an sich hat. Betten, Strom, eine kleine Küche und sogar Heizungen lassen es da drin sehr wohnlich wirken. Als Bootsmann Atze und Bootsfrau Karin zwei Segel hochziehen, vorne die Fock und hinten den Besan, schaltet Thomas den Motor aus. Jetzt wird die Providentia nur noch von Wind und Wellen vorangetrieben.

Thomas steuert, alle anderen können sich einen Moment entspannen und Seeluft schnuppern. Sobald ein Manöver startet, müssen Schoten verstellt und das Schiff manövriert werden, dafür sind viele Hände nötig, und die Kina-Reporter packen mit an. Die Fock und der Besan kommen auf die andere Seite, die Providentia bekommt einen neuen Kurs.

Sooo viel Platz: Alle Kina-Reporter sind an Bord.
Foto: Cheyenne
Sooo viel Platz: Alle Kina-Reporter sind an Bord.
 

„Wenn alle ihr Handwerk verstehen und gut bei Kräften sind, reichen vier Personen, um die Providentia zu segeln", erklärt der Skipper Thomas. Die Kina-Reporter fühlen sich an frühere Zeiten auf See erinnert.

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