Kirsten Boie im Kina-Interview : „Ich schreibe nur, wozu ich Lust habe“

Kirsten Boie ist in Hamburg zu Hause.
Kirsten Boie ist in Hamburg zu Hause.

Sie wollte schon immer Autorin werden – und liebt alle ihre Charaktere. Das fanden Karla, Antonia und Jesper heraus, als sie Kirsten Boie online trafen.

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22. Oktober 2020, 09:33 Uhr

Woher kriegen Sie Ihre Inspirationen für Ihre Bücher und was machen Sie, wenn Sie mal keine haben?
Bisher ist das selten passiert, ich hatte eher zu viele Ideen und konnte mich nicht entscheiden. Das kommt, weil ich schon so viel erlebt habe. Wir können mal verschiedene Bücher als Beispiele nehmen, wie Sommerby. Ich war mit dem Boot auf der Schlei unterwegs. Da habe ich genauso ein Haus, wie im Buch beschrieben gesehen. Das Haus lag am Wasser, und es gab keine Straße und keinen Fußweg der zum Haus führte. Man konnte es nur mit dem Boot erreichen. Da kam mir sofort der Gedanke: Wer kann so leben? Hätte ich das Haus nicht gesehen hätte ich nicht das Buch „Sommerby“ geschrieben.

Wie lange brauchen Sie durchschnittlich für eines Ihrer Bücher?
Das hängt von der Länge des Buches ab. Für kurze Bücher brauche ich circa eine Woche und für ein dickes Buch im Durchschnitt vier Monate. Sommerby hat kürzer gedauert, da es mir so viel Spaß gemacht hat.

Online-Treffen: Kirsten Boie redet mit Jesper, Antonia und Karla über das Bücherschreiben und den Autorenberuf.
Matthias Lund
Online-Treffen: Kirsten Boie redet mit Jesper, Antonia und Karla über das Bücherschreiben und den Autorenberuf.
 

Welches Ihrer eigenen Bücher ist Ihr Lieblingsbuch und haben Sie einen Lieblingscharakter aus all Ihren Büchern?
Ich kann mich nicht entscheiden, denn ich schreibe nur, wozu ich Lust habe, und habe darum bei jedem meiner Bücher beim Schreiben ein gutes Gefühl. Das bedeutet nicht, dass ich glaube, sie sind wunderbar. Ich könnte an jedem meiner Bücher Kritik üben. Weil sie so unterschiedlich sind, kann ich nicht sagen, welches mein Lieblingsbuch ist.

Was ist Ihr erfolgreichstes Buch?
Ich überprüfe das nicht so oft, aber ich vermute, dass es die Bücher vom Kleinen Ritter Trenk oder Möwenweg sind. Sommerby ist denen aber ziemlich auf den Fersen. Ich denke trotzdem, dass es das Buch der Kleine Ritter Trenk ist, denn dazu gibt es auch eine Serie auf Kika.

Wollten Sie schon immer Autorin werden, und wie sind Sie im Endeffekt dazu gekommen?
Ich wollte schon seit ich fünf Jahre alt war Autorin werden. Denn ich habe mir immer schon gerne Geschichten ausgedacht. Erst habe ich sie meinem kleinen Bruder erzählt und erst mit dreizehn angefangen, die Geschichten aufzuschreiben. Aber mit fünfzehn habe ich erfahren, dass es sehr schwierig ist, als Autorin Geld zu verdienen. Nur in absoluten Ausnahmefällen kann man vom Verkauf der Bücher leben. Die meisten Kinderbuchautoren leben davon, dass sie Lesungen machen. Und das ist in diesem Jahr wegen Corona natürlich schwierig geworden.

Dieses Jahr war verrückt. Aber gab es auch ein Highlight für Sie?
Es gab etwas, was ein Highlight hätte sein sollen. Ich bin im März Siebzig geworden, und es sollte eine große Veranstaltung in einem Hamburger Theater geben. Hamburger Schüler hatten viel zu meinen Büchern vorbereitet. Und drei Tage vorher kam der Lockdown. Ein Highlight hatte ich insofern nicht. Ich fand es aber gut, dass es wegen dem Lockdown nicht so hektisch wie sonst war.

Kommt dieses Jahr noch ein neues Buch raus?
Nein, die sind alles schon rausgekommen, unter anderem der zweite Sommerby-Band und das Buch „Oh Du Fröhliche Entführung“. Das ist eine ein bisschen verrückte Weihnachtsgeschichte, die ich schon vor drei Jahren geschrieben habe. Die hatte ich schon ganz vergessen, und so war es ganz schön, das jetzt wieder zu lesen.

Die Homepage der Autorin findet ihr hier.
 

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