Autorin Ayse Bosse : „Ich bin eine Köftoffel“

Ayse Bosse  ist wie ihre Romanheldin in einer deutsch-türkischen Familie aufgewachsen.
Ayse Bosse ist wie ihre Romanheldin in einer deutsch-türkischen Familie aufgewachsen.

Kina-Reporterin Lina hat die Kinderbuchautorin Ayse Bosse gefragt, wie es ist, in zwei Kulturen zu leben.

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04. Januar 2021, 18:10 Uhr

Schönkirchen/Hamburg | Köftoffel, eine Mischung aus den türkischen Frikadellen Köfte und den deutschen Kartoffeln. So bezeichnet sich die Autorin Ayse Bosse. Genau wie Pembo in ihrem ersten Kinderbuch „Pembo – halb und halb macht doppelt glücklich“ ist Ayse Bosse in einer deutsch-türkischen Familie aufgewachsen. Ihr Vater war Unfall-Chirurg, die Mutter Kindergärtnerin. Sie ist in Deutschland groß geworden und lebt auch heute noch mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Hamburg. Trotzdem ist die Türkei immer noch ihre zweite Heimat, in die sie jedes Jahr, abgesehen von 2020, fährt.

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Vor zwei Jahren begann sie, ihr erstes Kinderbuch über Pembos Abenteuer zuschreiben. Viel aus ihrer eigenen Lebensgeschichten finden sich in dieser Geschichte wieder. „Mit zehn, elf Jahren habe ich wie Pembo die Farbe Rosa gehasst“ erzählt Ayse Bosse. Auch der Vater von Pembo wurde nach ihrem eigenen Vater benannt. Das Besondere an ihrem Buch sind die Verknüpfungen mit der türkischen und deutschen Sprache. Sie freut sich sehr, wenn ihre jungen Leser ihr berichten, dass sie nach dem Lesen vom Pembo jetzt viel mehr türkische Wörter wissen und verstehen können.

Am liebsten schreibt sie ihre Abenteuer in ihrem Arbeitszimmer zu Hause auf dem Dachboden, wo schon der zweite Teil von Pembo in Arbeit ist. „Es ist toll, dass man sich beim Schreiben Figuren ausdenken kann, die Kinder später mögen werden“, sagt sie. Erst durch ihre Leser und Leserinnen werden die ausgedachten Figuren zum Leben erweckt. Ihre Leser sind Ayse Bosse daher auch sehr wichtig.

Durch Corona mussten zwar leider alle ihrer Lesungen ausfallen, doch sie bietet auch interaktive Arbeit mit Schulklassen an ihrem Kinderbuch an. Neben den Lesungen ist das Schönste für sie an ihrem Beruf der Moment, wenn man das erste Mal sein eigenes Buch in den Händen hält.

Schon als Kind wusste Ayse Bosse, dass sie später einmal Schriftstellerin werden wollte, da sie das Lesen liebte. Herr der Ringe und Harry Potter zählten dabei zu ihren Lieblingsbüchern.

Doch bevor sie sich dem Schreiben widmete, ging sie noch anderen Berufen nach. Früher hat sie als Model und Schauspielerin gearbeitet. Später hat sie eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin gemacht, die sie zu ihren ersten zwei Buchveröffentlichungen veranlass hat. Ihre ersten zwei Werke sind interaktive Trauerbegleitungsbücher für Kinder und Jugendliche.

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