Schulautausch : Enna: Endlich wieder zu Hause!

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KiNa-Reporterin Enna (14) musste schon nach kurzer Zeit ihren Schüleraustausch in Panama abbrechen. Doch sie ist sicher: Das ist nicht für immer!

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03. April 2020, 19:06 Uhr

Flensburg | 10,5 Monate wollte ich mein Auslandsjahr in Panama erleben. Nach zehn Tagen erfuhr ich, dass ich wegen der Coronakrise meine Reise abbrechen musste und es zurück nach Flensburg gehen sollte. Ich war enttäuscht und habe nicht so richtig eingesehen, warum ich mein Abenteuer abbrechen musste. Und das, obwohl die Lage in Panama noch sicher war.

Letztendlich war ich nur drei Wochen in Panama. Diese Zeit barg zwar nicht das Abenteuer, dass ich eigentlich erwartet hätte, dafür aber ein ganz anderes.

Temperatur messen an der Straßensperre

Straßensperren auf dem Weg nach Panama-City bei denen wir aus dem Bus geholt wurden, damit unsere Temperatur gemessen werden konnte. Und nie wussten wir, wann es nach Hause gehen sollte. Ganz viele Rückhol-Listen, in die wir uns eintragen mussten und nie wussten wir, welche uns tatsächlich nach Hause bringen würde.

Mehrere Tage im Hotel in Quarantäne, in denen ich nicht wusste, wie lange ich warten würde. Erst am Tag vor meinem Rückflug bekam ich eine E-Mail vom Auswärtigen Amt, dass ich einen Platz in einem Flugzeug hätte.

Unsicherheit  vor dem Abflug

Doch auch diese E-Mail bekamen nicht alle meine Gruppenmitglieder von AFS. Rebecca, das Mädchen mit dem ich wenige Wochen zuvor in Panama ankam, wusste bis wenige Minuten vor dem Abflug nicht, ob sie mit uns nach Hause fliegen würde. Sie musste auf einen der übrig bleibenden Plätze hoffen.

Wir alle standen zwei Stunden vor dem Flughafen, um überhaupt hineingelassen zu werden. Drinnen standen wir eine weitere Stunde an, bevor wir unser Flugticket bekamen. Und alle die keinen bestätigten Platz hatten, wurden zur Seite geschickt, um zu warten. Deshalb wurde die Stimmung in der gesamten Menschenmenge immer angespannter und auch aggressiver.

Unterwegs mit Gesichtsmaske: Anfangs schien die Rückholaktion wegen des Coronavirus noch überflüssig. Doch mittlereweile weiß Enna, das es richtig war.
Unterwegs mit Gesichtsmaske: Anfangs schien die Rückholaktion wegen des Coronavirus noch überflüssig. Doch mittlereweile weiß Enna, das es richtig war.
 

Ich konnte mein Ticket ohne Probleme bekommen, meinen Koffer abgeben und durch den Security Check in den Wartebereich gelangen. Rebecca wartete draußen ohne zu wissen, ob sie diesen Flieger bekommen würde.

Unser Start wurde verschoben und endlich hat Rebecca doch noch einen Platz bekommen. Draußen hätten noch etwa 150 Leute gewartet und alle wollten einen der letzten 30 Plätze bekommen, erzählte sie. Alle wären nach vorne gestürmt, ohne Rücksicht auf andere zu nehmen, um als erstes einen Platz zu bekommen. Sie war eine unbegleitete Minderjährige, das war ihr Wegbereiter.

Der ganze Stress ist erst von uns abgefallen, als wir in dem Flieger saßen und er startete.

Nach elf Stunden Flug kamen wir in Frankfurt an. Meine Eltern warteten draußen auf mich und wir sind nach Flensburg gefahren.

Irgendwann geht’s zurück nach Panama

Ich bin traurig, dass mein Abenteuer jetzt so schnell geendet hat. Doch die Nachrichten aus Panama berichten, wie die Lage dort immer angespannter und schlimmer wird. Das zeigt mir, dass es eine gute Entscheidung war, uns nach Hause zu holen.

Aber ich bereue es nicht, nach Panama gefahren zu sein. Ich mache mir Sorgen um meine Familie in Natá und es hält mich nicht davon ab, sobald wie möglich wieder zurück zu wollen.

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