Meeresklima : Die Gefahr im schönen Blau

Die Forscher des Geomar Helmholtz-Zentrums sind mit ihren Schiffen in aller Welt unterwegs, um zu erforschen, was in den Meeren los ist.
Die Forscher des Geomar Helmholtz-Zentrums sind mit ihren Schiffen in aller Welt unterwegs, um zu erforschen, was in den Meeren los ist.

Der Klima-Wandel beschäftigt die Kina-Reporter in dieser Woche. Welche Auswirkungen er auf die Ozeane hat, erfahren sie bei den Meeresforschern in Kiel.

Janne_IMG_2573.jpg von
21. Oktober 2019, 17:50 Uhr

Wie gefährlich wird das Meer im Laufe der nächsten Jahrhunderte werden? Experten des Geomar Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel klären auf. Die Ozeanforscher fahren auf Forschungsbooten in verschiedene Gebiete und nehmen dort Proben und Messungen. Im Büro in Kiel werten sie die Daten aus, verfassen dazu wissenschaftliche Artikel und forschen mit den Informationen.

 

Das Wasser steigt

Joshua Kiesel von der Uni Kiel erforscht den Meeresspiegelanstieg. Durch die durch die globale Erwärmung hervorgerufene Eisschmelze in Grönland und der Antarktis, gelangt mehr Wasser in die Meere. Zudem dehnt sich das Wasser durch die Erwärmung der Ozeane aus.

Leon, Piet und Paula wollen von Joshua Kiesel wissen, warum der Meeresspiegel steigt.
Anna B.

Leon, Piet und Paula wollen von Joshua Kiesel wissen, warum der Meeresspiegel steigt.

 

Durch die beiden Aspekte gibt es mehr Wassermasse in den Meeren. Dieses zusätzliche Wasser lässt den Meeresspiegel steigen. Laut dem Weltklimarat ist der Meeresspiegel zwischen 1902 und 2015 zwischen 12 und 21 cm gestiegen. So erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Sturmfluten. Der Weltklimarat geht davon aus, dass 2100 jedes Jahr eine Sturmflut auftreten könnte, die früher nur alle 100 Jahre auftrat. Die Deiche müssen also erhöht werden. Allerdings wird immer ein Restrisiko bleiben, da ein Deich immer brechen kann. Deswegen erforscht Joshua, wie man natürliche Ökosysteme zum Auffangen von Wellen und Sturmfluten nutzen kann. Einige Möglichkeiten wären Salzwiesen, Seegraswiesen oder Muschelbänke, die auch anderen biologischen Nutzen haben.

Die Ozeane werden sauer

Aber auch in den Ozeanen gibt es durch den Klimawandel viele Veränderungen. Cathleen Schlundt erklärt das umfangreiche Thema der Versauerung in den Ozeanen.

Cathleen Schlundt erklärt Anna und Lucia, warum die Ozeane saurer werden.
Anna B.

Cathleen Schlundt erklärt Anna und Lucia, warum die Ozeane saurer werden.

 

Durch den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) sinkt der pH-Wert. Das heißt, das Wasser wird saurer, weil sich das CO2₂ sich im Wasser auflöst, was gravierende Auswirkungen auf Lebewesen im Wasser hat. Das betrifft vor allem Lebewesen mit kalkbildenden Schalen wie zum Beispiel Muscheln oder Schnecken. Sie laufen Gefahr, sich aufzulösen oder die Kalkschalen werden dünner. Dadurch würde das ganze Ökosystem verändert werden und somit würden wir uns auch verändern. In den letzten 40 Jahren sank der pH-Wert um 0,5 und er sinkt weiter.

Die Kina-Reporter fragen nach

Geht den Meeren die Luft aus?

Johannes Hahn beschäftigt sich mit Sauerstoffmangel in den Meeren und berichtet darüber. Über dieses Thema wird im Geomar Institut viel geforscht.

Johannes Hahn beantwortet Wiebke, Janne und Josefine alle Fragen zum Thema Sauerstoffmangel im Meer.
Anna B.

Johannes Hahn beantwortet Wiebke, Janne und Josefine alle Fragen zum Thema Sauerstoffmangel im Meer.

 

Durch die globale Erwärmung kann der Ozean weniger Sauerstoff aufnehmen und die Strömungen verändern sich, wodurch weniger Sauerstoff in bestimmte Regionen gelangt. Durch die verstärkte Verwendung von Düngern in der Landwirtschaft gibt es einen erhöhten Nährstoffeintrag in die Ozeane. Es ist also höchste Zeit, etwas zu tun, das geht uns nämlich alle etwas an. Auch Fische bekommen weniger Luft, wodurch ein Grundlebensmittel vor allem für die Menschen verloren geht.

Kann sich die Natur anpassen?

Fabian Wolf arbeitet auf der Versuchsanlage an der Kiellinie. Dort untersucht er, wie einzelne Ökosysteme auf den Klimawandel reagieren.

Julian interviewt Fabian Wolf in seinem Freiluftlabor an der Kiellinie.
Anna B.

Julian interviewt Fabian Wolf in seinem Freiluftlabor an der Kiellinie.

 

Bisher wurde das Verhalten nur in einigen Saisons erforscht. Es stellte sich heraus, dass es dem Seetang im Sommer zu heiß ist und er abstirbt. Allerdings kann eine hohe Temperatur in Winter und Frühjahr von Vorteil sein, da alles früher wachsen und zum Leben erwachen kann. Nun läuft ein Projekt, in dem beobachtet wird, ob die Klimaauswirkungen dazu führen, dass die Lebewesen im nächsten Jahr besser mit den Temperaturen zurechtkommen, also ob sie sich anpassen.

Fabian Wolf untersucht unter anderem Seegras in dem schwimmenden Labor an der Kiellinie.
Christian Pansch/Geomar
Fabian Wolf untersucht unter anderem Seegras in dem schwimmenden Labor an der Kiellinie.
 

Drei wichtige Ökosysteme werden beobachtet: Seetang, Seegras und Muschelriffe. Dieses Experiment läuft seit April und geht noch bis ins nächste Jahr.

Das Klimawandel-Rechercheteam im Geomar: Julian, Jojo, Leon, Anna B., Wiebke, Anna Z. und Lucia
Liv Hansen Olizeg

Das Klimawandel-Rechercheteam im Geomar: Julian, Jojo, Leon, Anna B., Wiebke, Anna Z. und Lucia

 

Eins haben wir gesehen: Es gibt viele Aspekte des Klimawandels auf die Meere, die die Forscher noch untersuchen müssen. Und viele Forschungsergebnisse zeigen, dass dringend etwas getan werden muss. Um die Probleme aufzuhalten, gibt es eine große Sache: weniger Treibhausgase in die Atmosphäre pusten und die Umwelt schützen. Und hier kann jeder helfen: mehr Strecken mit dem Fahrrad fahren, weniger Plastik verbrauchen, saisonal und regional einkaufen, und, und, und…
 

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