Interview : Auf der Corona-Station

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KiNa-Reporterin Annika (13) hat Krankenschwester Wenke interviewt.

annika von
03. Mai 2020, 18:40 Uhr

Preetz | Wenke arbeitet als Krankenschwester in einem Krankenhaus in der Nähe von Kiel. KiNa-Reporterin Annika wollte von ihr wissen, wie das Arbeiten in Zeiten von Corona dort ist.

Wenke arbeitet auf der Corona-Station.
Annika Frühsorge
Wenke muss auf der Corona-Station Schutzkleidung und Maske tragen, um sich und andere zu schützen.
 

Hallo Wenke, gibt es Corona-Patienten bei euch in der Klinik, und hast du mit welchen zu tun?

Ja, denn ich arbeite auf der Station, wo die Corona-Patienten aufgenommen werden.

Tut ein Corona-Abstrich weh?

Nein, eigentlich nicht, es ist nur unangenehm, da der Abstrich so tief wie möglich von Rachen und auch von der Nase erfolgen muss, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erzielen. Man kann sich also ganz beruhigt darauf einstellen.

Inwieweit schützt ein Mund- und Nasenschutz einen selber?

Er hält natürlich die ersten Keime ab, aber völlig sicher ist man nicht. Man sollte trotzdem Abstand halten und zum Beispiel beim Einkaufen einen tragen, weil man dann vor allem die anderen Menschen schützt, wenn man sich mit dem Virus infiziert hat, aber es noch nicht gemerkt hat. Also sollte man möglichst oft einen Schutz tragen.

Gibt es genug Mundschutz-Masken im Krankenhaus?

Ja, generell steht für jeden Mitarbeiter ausreichend Schutzmaterial zu Verfügung. Es muss aber sparsam damit umgegangen werden, damit es langfristig reicht. Aus diesen Gründen wurden für alle Schutzmasken angeschafft, die nach Desinfektion wiederverwendet werden können.

Ist es sinnvoll, dass auch Kinder einen Mund- und Nasenschutz tragen?

Ja, das ist es. Da Kinder durch ein schwächeres Imunsystem anfälliger für Viren sind, speziell aber für diese besonders aggressive Art der Coronaviren.

Wie verläuft eine Quarantänezeit?

Wenn ein Patient zu uns kommt, dann testen wir ihn, ob er Corona hat. Wenn der Patient positiv getestet wird, sich aber fit genug fühlt, alleine zurechtzukommen, wird er mindestens 14 Tage nach Hause in die sogenannte Quarantäne geschickt, bis er sich besser fühlt. Solange darf er keinen persönlichen Kontakt zur Außenwelt haben. Und alle Menschen die im selben Haushalt leben, werden automatisch mit in Quarantäne geschickt, da es sehr wahrscheinlich ist, dass sie sich ebenfalls mit dem Virus infiziert haben, ohne es zu merken, aber trotzdem Träger sein könnten. Kommt er nicht zurecht, wird er im Krankenhaus in einem Quarantänezimmer untergebracht.

Und was ist, wenn ein Patient negativ getestet wird?

Wenn ein Patient negativ getestet wird, sich trotzdem krank fühlt, und nicht zu Hause zurechtkommt, wird er bei uns in ein Isolationszimmer gebracht.

Wie ist ein Quarantäneraum eingerichtet?

Ein Quarantäneraum ist sehr schlicht gehalten, er enthält lediglich ein Bett, einen Nachttisch, einen weiteren Beistelltisch, um darauf unter anderem ein Blutentnahme-Tablett, ein Blutdruckgerät und ein Thermometer abzustellen. Falls benötigt, steht dort auch ein Beatmungsgerät. Außerdem enthält jedes Zimmer, egal ob isoliert oder nicht, einen Fernseher.

Denkst du, dass die politischen Maßnahmen ausreichen werden?

Ich denke, dass die Krankenhäuser noch mehr finanzielle Mittel bräuchten, um mehr Material zu kaufen und um mehr Ärzte/innen und Pflegepersonal einzustellen. Das sollte auf jeden Fall mehr gefördert werden.

Welche Maßnahmen würdest du als Krankenschwester verschärfen?

Ich fände es zum Beispiel gut, wenn es Zeiten gäbe, in der die Menschen der Risikogruppe einkaufen könnten und die anderen in der restlichen Zeit.

Wenn ein Corona-Virus vor deiner Tür stehen würde, was würdest du ihm dann sagen?

Verschwinde und komm bloß nicht wieder!

Vielen Dank für das Interview und dafür, dass du anderen hilfst! Bleib gesund!

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