Junge Reporter befragen Politiker : Ärger mit der CDU in den sozialen Medien – Herr Rüstemeier, was sagen Sie dazu?

Alle reden über das Video von YouTuber Rezo, in dem er die CDU kritisiert. Der junge Flensburger Reporter Alban interviewt dazu den CDU-Vorsitzenden in seiner Stadt.

Kina-Reporterin Nike von
24. Mai 2019, 20:07 Uhr

Jeder, der in den sozialen Medien, wie zum Beispiel auf YouTube unterwegs ist, hat inzwischen etwas von dem Video des deutschen YouTubers Rezo gehört. In dem 55-minütigen Video mit dem Titel „Die Zerstörung der CDU“ auf Rezos Zweitkanal ,,Rezo ja lol ey“ erklärt der YouTuber, wie die CDU seiner Meinung nach „unser Leben zerstört“. Die Abkürzung CDU steht für Christlich Demokratische Union. Sie ist die stärkste Partei, die gerade Deutschland regiert. Auch unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel ist CDU-Mitglied.

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In Flensburg ist Arne Rüstemeier der Chef der gewählten CDU-Vertreter. Für die Schnappschuss-Redaktion vom Offenen Kanal Flensburg konnte Alban David Becker den Politiker sowohl zu Rezos Video als auch zu anderen Themen wie Fridays For Future und zur Urheberrechtsreform befragen.

Das Video von Rezo haben seit dem 19. Mai schon 7,5 Millionen Menschen gesehen. Herr Rüstemeier erklärt, dass vieles, was Rezo in seinem Video anspricht, richtigerweise kritisch sei, manches aber auch nicht so einfach zu lösen. Ihm ist wichtig, dass Rezos Aussagen in dem Video kritisch hinterfragt werden.

Fridays for Future

Auch die Einstellung der CDU zum Thema Fridays for Future wurde in letzter Zeit stark kritisiert. Arne Rüstemeier hingegen war sogar bei der ersten Demonstration dabei, um sich selbst ein Bild von der Lage zu machen und sagt, dass er die Positionen, die dort kundgetan werden, gut findet. Aber auch bei diesem Thema sei es schwierig, einen von allen Seiten akzeptierten Weg zu finden. Politik bedeute Demokratie. Das heißt, bei jeder Entscheidung muss abgestimmt werden, und eine Mehrheit muss zustande kommen.

Das seit längerem diskutierte Thema und der Auslöser für Rezos Video sind die Urheberrechtsreformen der Europäischen Union, genauer gesagt ein bestimmter Artikel  – Nummer 13.

Aber was genau ist eigentlich der Artikel 13 und die Urheberrechtsreform? Die Urheberrechtsreform soll verhindern, dass irgendjemand Fotos, Videos oder andere Dateien von einer anderen Person für eigene Zwecke verwendet und gegebenenfalls Geld daran verdient. Die Urheber von Dateien sollen stärker geschützt werden und mitverdienen, wenn andere ihre Werke nutzen. Falls trotzdem urheberrechtlich geschützte Dateien von anderen genutzt werden, müssen YouTube und Co. dafür haften und gegebenenfalls eine hohe Strafe zahlen. Die Plattform hat daher zwei Möglichkeiten: Entweder muss sie mit dem Urheber, der das Werk erstellt hat, komplizierte Verträge schließen oder sie setzt sogenannte Uploadfilter auf ihren Plattformen wie YouTube oder Instagram ein. Viele Menschen befürchten, dass diese Filter das Hochladen von Dateien viel zu stark behindern, zudem auch teuer sind und damit der Untergang von YouTube, Facebook, Instagram und Co. bevorstehen könnte.

200.000 Menschen haben gegen diese Urheberrechtsreform auf den Straßen demonstriert und online wurden zudem über 5 Millionen Unterschriften hauptsächlich von jungen Menschen gesammelt. Trotzdem hat das Europäische Parlament die Reform beschlossen. Die CDU hat dabei für die Reform gestimmt. Allerdings ist es bisher nur eine EU-Richtlinie, jedes Land muss das nun gesetzlich umsetzen und hat da noch einigen Spielraum.

Suche nach guten Lösungen für Artikel 13

Nach Meinung von Arne Rüstemeier ist es wichtig, dass die guten Seiten einer Lösung kommuniziert werden müssen. Gerade, wenn eine anstehende Änderung im Gesetz so viele Menschen bewegt. Dieses sei jedoch überhaupt nicht erfolgt, davon ist der Politiker sehr genervt. Trotzdem ist er positiv gestimmt, dass es für Deutschland gute Lösungen bei der Umsetzung der Reform geben wird, eventuell auch ohne Einsatz der Uploadfilter.

Abschließend fordert er dazu auf, am Sonntag auf jeden Fall wählen zu gehen und sich politisch in Parteien zu engagieren.

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