Thema : Ist Feminismus überholt?

Manche Mädchen mögen Fußball, manche mögen Blumen. Es gibt coole Jungen, aber auch sehr gefühlvolle. Jeder sollte so sein dürfen, wie er ist. Auch darum geht’s beim Feminismus.  Illustration:Designdoppel
Manche Mädchen mögen Fußball, manche mögen Blumen. Es gibt coole Jungen, aber auch sehr gefühlvolle. Jeder sollte so sein dürfen, wie er ist. Auch darum geht’s beim Feminismus. Illustration:Designdoppel

Sind Frauen und Männer mittlerweile wirklich gleichgestellt? Diese Frage beschäftigt Olivia (13) und sie hat dazu im Rahmen von Zeitung in der Schule (Zisch) am Flensburger Goethe-Gymnasium einen Artikel geschrieben.

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05. Februar 2020, 18:26 Uhr

Flensburg | Sexismus gibt es laut vielen Feministen und Feministinnen immer noch, und er ist häufig in unserem Alltag zu finden. Ein Mädchen namens Carla im Alter von 14 Jahren aus dem Umkreis von Flensburg erlebt Sexismus auch in ihrem Alltag in der Schule. Zum Beispiel meinte ihr Lehrer letztens: „Ich brauche einmal ein paar starke Jungs für den Beamer.“ Darauf hat Carla ihn angesprochen, denn wieso soll es denn nur starke Jungs ge-ben?! Und die Mädchen ihrer Klasse haben den Beamer dann auch wieder weggebracht.

Feminismus ist laut Duden ,,Eine Frauenbewegung, die von den Bedürfnissen der Frau ausgehend eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Normen (z.B. traditionelle Rollen-verteilung) und der patriarchalischen Kultur anstrebt.“ Doch inzwischen gibt es auch männliche Feministen, welche zusammen mit den Frauen gegen Ungerechtigkeiten gegenüber Männern und Frauen (Sexismus) kämpfen.

Im Alltag begegnet vielen Jugendlichen ebenfalls Sexismus, wenn das Klischee aufkommt: Jungs seien cool, wenn sie gefühllos, beleidigend und ignorant sind und Mädchen sollten niedlich, dankbar und glücklich sein. So bekommen Mädchen und Jungen das Gefühl, diese Erwartungen erfüllen zu müssen

Sogar in der Medizin findet man Benachteiligung aufgrund von Geschlecht. Eine Medizinerin fand in einer Studie zum Beispiel heraus, dass nur 15 Prozent der Arzneimittel-Zulassungsstudien geschlechtsspezifisch erheben, was bedeutet, dass die Arznei-mittel nur an Männern und nicht an Frauen getestet werden, ob-wohl sie bei Männern und Frauen unterschiedlich wirken.

Viele Kritiker behaupten jedoch, dass Feminismus Männerhass sei. Sie sagen, er sei übertrieben, und es gäbe doch bereits Gleichberechtigung. Jedoch geht es bei Feminismus um Gleichberechtigung, welche die Rechte der Männer mit einbezieht. Laut vielen Feministinnen und Feministen werden auch Männer und Jungen benachteiligt, indem man sagt, sie dürften keine Gefühle zeigen, sondern müssten stark, hart oder gefühllos sein. Aber auch Jungen haben Gefühle und können sie zeigen und sollten Dinge an sich heranlassen. Wenn Jugendliche, sowohl Mädchen wie Jungen, sich diesen klischeehaften Erwartungen unterwerfen, wird es für sie unmöglich, eine eigene und authentische Persönlichkeit zu entwickeln.

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