Tanzen : „Hip Hop ist mein Leben“

Hip Hop  ist gar nicht so einfach. Auf die gleiche Schrittfolge und Armhaltung kommt es an.  Fotos: Voigt
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Hip Hop ist gar nicht so einfach. Auf die gleiche Schrittfolge und Armhaltung kommt es an. Fotos: Voigt

Jonas (14) ist norddeutscher Meister im Hip Hop und außerdem Tanzlehrer. Wir haben ihn beim Training besucht.

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20. Februar 2018, 09:18 Uhr

Immer wieder spult der Trainer auf seinem Smartphone an den Anfang des Liedes zurück. Noch einmal von vorne. Hinknien, aufstehen, zwei Schritte vor, zwei zur Seite, drehen, Arme hoch. Die Tänzer der Hip Hop-Jungengruppe der Tangothek in Flensburg kommen ordentlich ins Schwitzen und sie müssen sich ganz doll konzentrieren.

Wer ein echter Hip Hopper werden will, sollte viel trainieren und ein gutes Gedächtnis haben. Jeder Schritt und die Abfolge müssen sitzen, denn tanzt einer aus der Reihe, bringt er auch alle anderen aus dem Konzept. Die Schrittfolgen haben Namen wie „Six Step“ oder „Indian Step“. Ein paar der Tänzer können sogar einen „Babyfreeze“. Dafür liegen sie mit dem Kopf auf dem Boden, stützen sich nur mit den Armen ab und strecken die Beine nach oben. Dafür braucht man gute Bauchmuskeln.

Ihr Trainer Jonas ist gerade mal 14 Jahre alt, aber im Tanzsport schon ein alter Hase. Als er noch ganz klein war, brachten ihn seine Eltern zu tänzerischen Früherziehung und ab dato gab es für ihn nur noch das eine Hobby. Jonas ist sogar norddeutscher Meister geworden und hat bereits an einigen Deutschen Meisterschaften teilgenommen und Preise gewonnen. „Hip Hop ist mein Leben“, sagt Jonas, der mit seinen Eltern in Flensburg wohnt. Ab und zu hört er von Mitschülern den Satz: „Tanzen ist doch was für Mädchen.“ Da kann Jonas aber nur mit dem Kopf schütteln. „Das ist völliger Quatsch!“

Seit fünf Jahren ist er Mitglied in der Tangothek und jetzt zeigt er anderen, was man beim Hip Hop können muss. 15 Jungen hat er im Kurs. Der Jüngste ist sechs Jahre alt, der Älteste zwölf. Alle hören auf sein Kommando. Einige sind richtig gut und andere müssen noch ein wenig mehr trainieren. Spaß machen soll es aber allen. Eine Stunde dauert das Training. „Danach ist die Luft raus.“ Gemeinsam wird die passende Musik ausgesucht. Welche Figuren und Schritte in welcher Reihenfolge getanzt werden, nennt man Choreographien. Die denkt sich Jonas zu Hause selbst aus und studiert sie dann mit seiner Gruppe ein. „Tanzen ist für mich vom Schulalltag abschalten und Gefühle ausdrücken“, sagt Jonas.

Ende März hat die Gruppe einen Auftritt vor großem Publikum. Der dauert nur zwei Minuten. „Lieber kurz und dafür richtig gut“, findet Jonas.

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