Tiere : Hilfe, ein Waschbär!

An den schwarzen Streifen um die Augen erkennt man den Waschbären. Typisch für den kleinen Bären sind auch die großen Vorderpfoten. Damit kann der Waschbär sehr gut klettern und sich orientieren.
An den schwarzen Streifen um die Augen erkennt man den Waschbären. Typisch für den kleinen Bären sind auch die großen Vorderpfoten. Damit kann der Waschbär sehr gut klettern und sich orientieren.

Hast du schon mal ein wildes Tier gesehen? Viele Menschen wissen nicht, wie sie sich dann verhalten sollen

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05. November 2019, 18:25 Uhr

Berlin | Die Anruferin ist ganz aufgeregt: Die kleine Klappe in ihrer Haustür nutzt neuerdings auch ein Waschbär. Sie sagt, der kleine Bär fresse der Katze das Futter weg. Am anderen Ende der Leitung sitzt Katrin Koch. Sie arbeitet beim Naturschutzbund Nabu und kennt sich mit Wildtieren aus.

Bei ihr rufen öfter Menschen an, die Probleme mit Waschbären in Städten haben. Sie rät: „Schaffen Sie die Katzenklappe ab.“ Die Anruferin möchte die Klappe aber gerne behalten. Die Katze soll weiter alleine rein und raus können. „So lange der Waschbär etwas zu fressen kriegt, kommt er wieder“, sagt Frau Koch. Mit Katzenklappe werde es also eher schwierig, den Waschbär loszuwerden.

Waschbär unterwegs: Diese Spuren verraten, dass hier so ein Tier vorbeigekommen ist.
Patrick Pleul/dpa
Waschbär unterwegs: Diese Spuren verraten, dass hier so ein Tier vorbeigekommen ist.
 

Kann man denn nichts gegen den Waschbären machen, will die Anruferin wissen. „Nein, das ist verboten“, antwortet Frau Koch. „Wildtiere dürfen nicht gefangen werden. Und jagen darf man sie in Städten auch nicht.“ Aber was machen die Tiere denn in Städten? Sie suchen nach Futter, sagt die Expertin. Waschbären fressen dabei nicht nur Katzenfutter, sondern auch, was dem Menschen schmeckt. In vollen Mülltonnen und Obstgärten werden sie fündig. Auch der kurz geschnittene Rasen in Gärten hilft ihnen. Dort kommen sie leichter an Würmer, Käfer und Schnecken ran. Außerdem bieten ihnen Häuser einen guten Unterschlupf. Besonders auf Dachböden fühlen sich Waschbären wohl. Mit dem kleinen Bären unter einem Dach zu leben, ist jedoch nicht sehr angenehm.

„Waschbären sind nachtaktiv“, sagt Frau Koch. „Wenn die Waschbärmutter hin und her läuft, um ihren Welpen Futter zu bringen, kann man oft kein Auge zumachen.“ Auch deshalb rufen Menschen bei Frau Koch an. Ein Problem ist außerdem, dass die Tiere oft Dreck hinterlassen, wie etwa Kot und Urin.

Da hilft oft nur: das Haus vor Waschbären sicher machen. Zum Beispiel können die Rohre an den Regenrinnen mit einem glatten Blech verkleidet werden. So kann der Waschbär nicht mehr daran hochklettern und ins Haus krabbeln.

Aber was macht man, wenn er schon drin ist? „Man muss herausfinden, wo genau er ins Haus kommt“, erklärt Frau Koch. „Wenn der Waschbär dann nachts draußen unterwegs ist, muss man diese Schlupflöcher schnell zumachen.“

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