Tiere : Fühler, Flügel und Beinchen

Jedes Insekt erhält eine Kennzeichnung für einen Eintrag in einer gewaltigen Datenbank.
Jedes Insekt erhält eine Kennzeichnung für einen Eintrag in einer gewaltigen Datenbank.

Millionen von Insekten gibt es in der Sammlung des Naturkundemuseums in Berlin – die meisten in verschlossenen Schränken. Doch nun werden sie online sichtbar.

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20. März 2020, 19:10 Uhr

Berlin | Eine tote Wespe liegt im Licht eines Scheinwerfers. Sie gehört zur Insekten-Sammlung des Naturkundemuseums in Berlin.

In diesem Gerät werden die Bilder von den Insekten aufgenommen.
Bernd von Jutrczenka/dpa
In diesem Gerät werden die Bilder von den Insekten aufgenommen.
 

Jetzt wird sie fotografiert. Eine Kamera fährt automatisch an das Insekt heran und macht von allen Seiten Fotos. Die sind dann auf einem Computer-Bildschirm zu sehen. Sie zeigen jede winzige Kleinigkeit der Wespe: jedes Härchen am Körper, jede Ader im Flügel, jede Musterung in ihren Augen. In dieser Größe sieht die Wespe ganz fremd aus, fast wie ein außerirdisches Wesen.

Millionen von Insekten sind in dem Naturkundemuseum ordentlich beschriftet aufgereiht.
Brandstädter/dpa
Millionen von Insekten sind in dem Naturkundemuseum ordentlich beschriftet aufgereiht.
 

Die Wespe ist nicht das einzige Modell. Eine große Menge Insekten wird derzeit im Museum abgelichtet. Mit den Fotos sollen teils Hunderte Jahre alte Krabbeltiere für die Zukunft erhalten werden.

Hier findest du ein Insekten-Mandala zum Ausdrucken und Anmalen:

Insekten-Mandala.PDF  

Der Insekten-Scanner

Hierzu haben Forscher einer Universität in Darmstadt eine besondere Technik entwickelt: den Insekten-Scanner. Mit dem kann man die Tiere beinahe komplett automatisch filmen. „Der Insekten-Scanner ist für wenige Millimeter große Fliegen genauso geeignet wie für mehrere Zentimeter große Käfer“, sagt einer der Forscher aus Darmstadt.

Aus 400 verschiedenen Bildern wird ein dreidimensionales Modell des Insekts erstellt. Das kann man dann von allen Seiten anschauen.
Brandstädter/dpa
Aus 400 verschiedenen Bildern wird ein dreidimensionales Modell des Insekts erstellt. Das kann man dann von allen Seiten anschauen.
 

In dem Scanner kann ein Insekt in alle Richtungen gedreht und so von allen Blickwinkeln fotografiert werden. Eine Kamera nimmt ein Insekt dann in rund 400 verschiedenen Positionen auf. Zwei Stunden dauert das.

Dabei entstehen keine einfachen Fotos, sondern ein 3D-Modell.Das kann man am Computer drehen und wenden und so jede Kleinigkeit von allen Seiten bestaunen.

Achtung, zerbrechlich!

Bei der Arbeit mit den Krabbeltieren müssen die Fachleute im Museum sehr vorsichtig und genau sein. „Einerseits handelt es sich teils um sehr alte und empfindliche Exemplare“, erklärt ein Experte. Fühler und Beinchen können schnell abbrechen, wenn man sie im Scanner platziert.

„Andererseits dürfen wir die Tiere nicht verwechseln.“ Denn die Insekten in der Sammlung werden nicht nur fotografiert, sondern auch neu beschriftet.

Kennzeichen für Käfer und Fliegen

In ihren alten Schaukästen sind die Tierchen mit winzigen Papierschnipseln versehen. Auf denen stehen Name, Herkunft und das Datum, an dem das Insekt eingesammelt wurde.Vieles wurde noch per Hand geschrieben. Nun soll jedes Exemplar ein neues Schildchen sowie ein Kennzeichen für einen Eintrag in eine riesige Datenbank erhalten.

Was für eine Mühe! Aber die Arbeit ist sehr nützlich. Denn alle Insekten-Fotos werden ins Internet gestellt. Auf diese Weise kann jeder überall die Insekten genau unter die Lupe nehmen. Und zwar ganz bequem vom Computer oder Smartphone aus!

Du findest sie online unter www.sketchfab.com/disc3d.

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